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Baustelle seit 2012: das Theater am Gärtnerplatz.

Einzug verzögert sich

Gärtnerplatztheater bleibt weiter im Exil

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    Markus Thiel
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München – Das Münchner Gärtnerplatztheater kann nicht wie geplant ab November wieder in seinem Stammhaus spielen. Der Umbau des verzögert sich weiter, eine Wiedereröffnung gibt es ahrscheinlich erst 2017.

Der 150. Geburtstag musste im vergangenen November unter freiem Himmel gefeiert werden: Alle Hoffnungen hatten sich zerschlagen, dieses Jubiläum des Staatstheaters am Gärtnerplatz im rundum renovierten Stammhaus begehen zu können. Ein Jahr sollten die Bauarbeiten noch dauern, hieß es damals; November 2016 galt als neuer Termin für die Wiedereröffnung.

Doch auch der kann nicht gehalten werden. Nach Informationen unserer Zeitung verzögern sich die Bauarbeiten weiter; heuer wird es daher nichts mehr mit der Rückkehr von Intendant Josef Ernst Köpplinger und seinem Team an den Münchner Gärtnerplatz. Erst im kommenden Jahr wird der „erfolgreichste Wanderzirkus aller Zeiten“ in sein Stammhaus zurückkehren, wie es Toni Schmid, Ministerialdirigent im Kunstministerium, formuliert.

Schmid spielt damit auf die bei Publikum und Kritik äußerst erfolgreichen Produktionen an, die das Ensemble in seinen Ausweichspielstätten Prinzregententheater, Reithalle und Cuvilliéstheater, wo am Donnerstag die nächste Premiere stattfindet (siehe untenstehender Artikel), präsentiert.

Wann genau der Rückzug in die alte Heimat möglich ist, vermag auch Intendant Köpplinger nicht zu sagen. „Baldigst“, so hoffe man, könne ein Termin bekanntgegeben werden. Und da sei es an der Zeit, dass dieser endlich gehalten werden könne. Vielleicht könne man Genaueres auf der Spielplan-Pressekonferenz im Mai mitteilen. Vom Theaterchef kommt dabei keine Kritik. „Es hat keinen Sinn, zu jammern, frustriert oder sauer zu sein. Da verursacht ja niemand etwas mit Absicht.“

Seit Beginn der Bauarbeiten im April 2012 haben sich die Renovierungskosten erhöht. 96 statt der ursprünglich veranschlagten 77 Millionen Euro sind mittlerweile angesetzt. Das Zuschauerhaus und der Bühnenturm sowie die der Reichenbach- und der Klenzestraße zugewandten Fassaden werden dabei größtenteils erhalten. Die Gebäudeteile dahinter, die unter anderem Probenräume und Werkstätten beherbergen, wurden jedoch abgebrochen, dafür gibt es nun Neubauten. Außerdem soll eine weitere Probebühne integriert werden, damit das Ensemble nicht immer in das Provisorium nach Harlaching fahren muss.

Schon seit einiger Zeit plant das Haus seine Spielzeiten in mehreren Varianten, je nachdem, wann das Stammhaus wieder zur Verfügung steht. Eine logistische Meisterleistung, die – das zeigen die Premierenerfolge der vergangenen Zeit – keinerlei Auswirkungen auf den künstlerischen Ertrag hat. „Wir werden die Situation meistern, so gut wir können“, sagt Köpplinger. „Noch sind die Batterien geladen.“

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