Charmante Herzensbrecher: (v.l.) Lucian Krasznec, Gyula Rab, Maximilian Mayer, Juan Carlos Falcón und Alexandros Tsilogiannis.
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Charmante Herzensbrecher: (v.l.) Lucian Krasznec, Gyula Rab, Maximilian Mayer, Juan Carlos Falcón und Alexandros Tsilogiannis.

Gärtnerplatztheater begeistert mit Schmuse-Hits

Gärtnerplatztheater: Von diesen Tenören lassen wir uns gern das Herz brechen

  • Katja Kraft
    vonKatja Kraft
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Was für eine herrliche Idee des Gärtnerplatztheaters: In diesen Zeiten, in denen wir uns alle nach Nähe sehnen, lassen sie fünf Tenöre die schönsten Liebeslieder schmettern. Das Publikum ist verzückt.

Am Ende regnet es Konfetti-Herzen. Da sind die Herzen der Zuschauer längst in höchste Höhen geflogen. Beflügelt von den fünf Herren auf der Bühne des Gärtnerplatztheaters, die tun, was Tenöre tun müssen: schmachten, für sich werben, Charme versprühen – und ein bisschen das eigene Ego streicheln. Wer so klingt, darf das gern.

Natürlich ist dieser Liederabend, den das Haus aufgrund des Erfolgs nun wiederaufnimmt, auch ein Sängerwettstreit. Welcher leidenschaftliche Solist lässt sich schon die Gelegenheit entgehen, sein Können ganz und gar auszuspielen – insbesondere, wenn vier Konkurrenten mit auf der Bühne stehen? Juan Carlos Falcón, Lucian Krasznec, Maximilian Mayer, Gyula Rab und Alexandros Tsilogiannis verstehen es perfekt, mit der Ausgangssituation zu spielen. Wenn Krasznec, diese begnadete Rampensau, den anderen mit dem Messer auflauert und sie sich bei „May I have a Moment“ aus Brad Carrolls Musical „Lend me a Tenor“ gegenseitig zu übertrumpfen suchen, beweist das Gespür für Selbstironie im charmantesten Sinne. Das ist kein ernsthaftes Wetteifern, das ist ein kindlicher Spaß, von dem sich das sichtlich verzückte Publikum mitreißen und immer wieder zu „Bravo“-Rufen verführen lässt.

An Abenden wie diesen wird deutlich, wie sehr solche Stunden fehlen. Dieses Live-Erleben, dieses Kribbeln, das den Körper erfüllt, wenn Musik direkt auf ihn einwirkt. Das spüren auch die Sänger. Ergriffen wirken sie beim Ende eines jeden Schmachtfetzens. Und legen noch energischer los, kaum startet das Orchester unter Leitung von Andreas Kowalewitz die nächste herzzerreißende Nummer. Im großen Finale – ein Mix aus Queen-Hits und Oktoberfest-Schunkeln mit dem Publikum – ist’s um alle geschehen. „Immer bekommt der blöde Tenor die Dame“ heißt ein im Reclam-Verlag erschienenes Büchlein. Warum das so ist? Wer’s noch nicht wusste, weiß es jetzt.

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