Gäste aus Russland

- Auf insgesamt gutem Niveau hält sich die Jahresausstellung der Münchener Künstlergenossenschaft im Haus der Kunst (Südgalerie). Die Beschränkung auf gegenständliche, figürliche Kunst erweist sich nach wie vor als attraktiv. Es sind nicht nur die Alt- und Ehrenmitglieder, die hier das Gepräge geben - Hermann Eller mit einem farbig munteren "Markt in Deggendorf" oder Josef Kneuttinger mit seinen "Felsen in der Brandung", Willi Tannheimer mit seiner idealtypischen Plastik oder Anneliese Vornehm mit ihren großformatigen Tempera-Aquarellen.

<P>Der vom Haus der Kunst vergebene Gruppenpreis an den in Kiew geschulten, in München lebenden Aquarellisten Alexander Kotchetow (für eine von drei Modenschau-Impressionen) verweist auf eine Gruppe von fünf Gästen aus St. Petersburg, durchweg Könner ihres Fachs, die sich hier zum ersten Mal präsentieren. Leider ist keines ihrer höchst feinen, kleinformatigen Stillleben-Aquarelle im Katalog abgebildet. Die Malerin und Bühnenbildnerin Ekaterina Zacharova übersiedelte mit dem Diplom der Moskauer Surikov-Akademie 1996 nach Oberbayern. "Man lernt ein Leben lang von der Natur", sagt sie. Ihr pastoser, spontaner Duktus erwächst aus der unmittelbaren Begegnung mit dem Gegenstand. Blumen sind es diesmal, ein sommerlicher Gartentisch, der Herbst an der Maximiliansbrücke und das Spiel der Lichter am nächtlichen Nationaltheater.<BR><BR>Eine kleinere Gruppierung ergab sich um das Großformat "Über dem Steinfjord" des Wieners Boris Koller: mit norwegischen, geheimnisvollen Motiven der in Wien geschulten Malerinnen Helene Knoop und Ariane Krischke. Für die Jurierung spricht die ausführliche Beteiligung des Landshuter Holzbildhauers Franz Weickmann. Seine ruppig rauen, aus diversen Hölzern komponierten Wüsten- und Savannentiere geleiten die Besucher von einem gewaltigen Löwen am Beginn der Raumfolge bis zu zwei grimmigen Wächtern ganz zum Schluss. <BR><BR>Bis 16. April, Katalog 6 Euro, Tel. 089/ 33 18 54.</P>

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