Gangster und Wilddiebe

- Das Herz des Weltkinos schlägt in Asien. Zum zweiten Mal widmet man diesem atemberaubenden Kino in München ein eigenes Festival (Mathäser, 19.-23. Oktober). Heute Abend wird es mit dem japanischen Fantasy-Epos "Azumi 2 _ Death or Love" eröffnet.

Weiterer Höhepunkt ist Takashi Miikes neuer Film "The Great Yokai War", eines der besten Werke, die der große japanische Independent in den letzten Jahren gedreht hat. Passend zum Buchmessen-Schwerpunkt läuft auch "Taeguki", die blutige wie patriotische Betrachtung des Korea-Kriegs - eine Art südkoreanische Version von Spielbergs "Der Soldat James Ryan". Gleich drei Filme stammen aus Thailand, dem neuen aufsteigenden Stern unter den asiatischen Filmnationen: Neben Action ("Born to Fight") kommt auch Poesie nicht zu kurz: "Citizen Dog" wird als Thai-Version von "Amelie" präsentiert.

Besonders viele Streifen stammen aus Japan, darunter der ergreifende Animationsfilm "Tokyo Godfathers". Eines der stärksten Werke des Festivals aber kommt aus China: "Kikexili", Lu Chuans in Tibet spielender Film über eine Bergpatrouille, die Wilddiebe jagt - eine epische Story, in lakonischen Western-Bildern erzählt.

Überdies ist eine kleine Retrospektive dem Werk von John Woo gewidmet, dem Meister des Hongkong-Films zwischen 1985 und 1995, dessen wichtigste Arbeiten gezeigt werden: "A better Tomorrow", "The Killer", "Once a Thief" sind längst Klassiker. Gangsterfilme mit Tiefgang, melancholische Abgesänge auf das Hongkong vor Ende der britischen Kolonialherrschaft.

Infos: www.asiafilmfest.de

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