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Kevin Costner beim Konzert in der Tonhalle

Mit ganz viel Schmäh: Kevin Costner in der Tonhalle

München - Kevin Costner hat seine Fans bei einem Konzert in der Tonhalle begeistert - und so manchen Kritiker mit seiner Musik und seinem Schmäh überrascht. Sein Auftritt hatte nur ein Manko.

Es gibt sie zuhauf: Filmstars, die behaupten, sie wären in Wahrheit Musiker, die nur durch eine Laune des Schicksals im Körper eines Schauspielers gefangen seien. Kevin Costner gehört nicht dazu, und das macht den 56-Jährigen auf Anhieb sympathisch. Der Mann weiß, dass die Münchner Tonhalle gut gefüllt ist, weil er Oscar-Preisträger ist und nicht etwa wegen seiner musikalischen Fertigkeiten. Er kokettiert auch ein wenig damit und hat ansonsten einfach sichtbar Spaß daran, Musik zu machen.

Die Musik, das ist geradliniger, solider Rock. Gelegentlich wird Costners Band The Modern West der Countrymusik zugerechnet, aber in Wahrheit ist es das, was man so „Americana“ nennt. Alle Einflüsse der populären Musik fließen ein, und Costner eifert mit der Musik und den Texten eher Bruce Springsteen nach denn Garth Brooks. Er kommuniziert fröhlich mit den Fans, sondert charmant Schmäh ab. Super Oktoberfest, fesche Mädl im Dirndl, tolle Autos – diese Dinge.

Costners einziges Manko: Die Stimme

Die Lieder sind überraschend gut und, von jemand anderem interpretiert, hätten manche Hitpotenzial. Denn Costner ist ein guter Entertainer, als Sänger jedoch knapp passabel. Keineswegs schlecht, aber zu unauffällig, um den Songs Tiefe zu verleihen. Spaß macht das Konzert immer, und es sind keineswegs nur die Damen, die begeistert sind. Auch die Männer wippen wohlwollend zu der süffigen Musik und können etwas anfangen mit diesem Weltstar, der so normal daherkommt, dass man an virtuose Schauspielkunst glauben möchte.

Der Vollständigkeit halber sei noch vermerkt, dass die Vorband The Alternate Rutes eine echte Entdeckung war und das buschige Gewächs unter Costners Nase beweist: Schnurrbärte entstellen so manchen Mann.

Von Zoran Gojic

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