Gassenhauer der Streicher

- Die Atmosphäre ist entspannt, als die Preisträger des 53. ARD-Musikwettbewerbs sich im Bayerischen Rundfunk zu einem Gruppenfoto versammeln. Die Erleichterung ist ihnen förmlich vom Gesicht abzulesen. Die Mitglieder des französischen Streichquartetts Quatuor Ebè`ne - Pierre Colombet, Gabriel Le Magadure-Tonoian, Mathieu Herzog und Raphaë¨l Merlin - stimmen einen Gassenhauer auf ihren Instrumenten an, geben sich ausgelassen - und haben auch allen Grund dazu: Neben dem ersten Preis, der mit 10 000 Euro dotiert ist, haben sie noch zahlreiche Extra-Trophäen eingeheimst.

<P>Die vier Musiker hatten sich in Paris kennen gelernt, das Quartett existiert seit fünf Jahren, mit wechselnder Besetzung. "Wir treffen uns fast jeden Tag und üben fünf bis sechs Stunden", sagt Pierre Colombet, der die erste Violine spielt. Mit der Zeit kenne man sich genau. In Zukunft wollen die vier Streicher nicht mehr an Wettbewerben teilnehmen. Der Geist gefalle ihnen nicht, die Unvereinbarkeit von Kunst und Wettstreit.<BR><BR>Christoph Poppen, künstlerischer Leiter des ARD-Musikwettbewerbs, meint, dass sie es mit ihrem hiesigen Erfolg auch gar nicht mehr nötig hätten, sich um weitere Siege dieser Art zu bemühen. Poppen zeigt sich insgesamt sehr zufrieden: Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs seien sämtliche Preise vergeben worden - in Höhe von insgesamt 180 000 Euro.<BR><BR>Was den Geist angeht: "Wir haben versucht, die Atmosphäre so locker und entspannt wie möglich zu halten, damit der künstlerische Charakter des Ganzen mehr zum Tragen kommt. Das ist uns auch gelungen." Dadurch, dass Poppen nicht in der Jury sei, habe er die Möglichkeit, ein freundschaftliches Verhältnis zu den Teilnehmern aufzubauen und sie zu betreuen. Außerdem hätten sich die Neuerungen im Bewertungssystem gegen über letztem Jahr bewährt.<BR><BR>Frankreich scheint die führende Nation zu sein, was Nachwuchstalente angeht: Neben dem Quatuor Ebè`ne haben Antoine Tamestit in der Kategorie Viola und Magali Mosnier bei den Flöten den ersten Preis gewonnen. Der beste Harfenist hingegen kommt aus den Niederlanden: Anton Sie, der einzige männliche Teilnehmer in dieser Kategorie, der am Sonntag im Harfenfinale, dem letzten Finale des Wettbewerbs, sein Können unter Beweis stellte. Die Preisverleihung findet am 17. September um 17 Uhr im Münchner Prinzregententheater statt.<BR><BR>Außerdem sind die Preisträger am 16. und 17. September im Prinzregententheater sowie im Herkulessaal jeweils um 20 Uhr noch einmal im Rahmen eines Konzerts zu hören.<BR></P><P> </P>

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