Sperrung wegen Feuerwehreinsatz: Schienenersatzverkehr für S7 und S20

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Geballte Intensität beim Weltabschied

- Es ist ein hochkomplexes, äußerst heterogenes Werk, und nur selten bekommt es der Konzertbesucher zu hören: Gustav Mahlers zehnte Symphonie. Michael Gielen führte sie mit den Münchner Philharmonikern im Gasteig auf. In den Sommermonaten 1910 in Südtirol schrieb Mahler seine "Unvollendete", eine fünfsätzige Symphonie, deren zweite Hälfte nur als Particell, also als fertiger Entwurf ohne exakte Instrumentierung, überliefert ist.

<P>Ernst Krenek versuchte sich in den Zwanzigerjahren an einer Vervollständigung, die schließlich erst in den 60ern dem britischen Musikwissenschaftler Deryck Cooke gelang. Seine Bearbeitung wurde jetzt gespielt.</P><P>Sie klingt, wie Alma Mahler Werfel, die Witwe des Komponisten urteilte, "echt mahlerisch" und beginnt mit einem (originalen) weltverlorenen Gesang der Bratschen. Der typische, kirmesartige Einsatz der Holzbläser tönt im Kopfsatz, einem ausufernden Andante-Adagio, fast wie Hohn. Trotz anfangs nicht perfekter Homogenität entfalteten die Streicher schmerzliche Süße. Beim Fortissimo-Höhepunkt, einem mächtigen, fast atonalen Dröhnen, zogen sich lang und quälend Oboen und Trompetenton.</P><P>Das folgende Scherzo hielt der klar und uneitel agierende Gielen bei aller lärmenden Munterkeit und rhythmischen Wechselhaftigkeit, in die sich noch ein Ländler-Trio mischt, erfreulich transparent. Voller Zartheit und delikater Holzfarben intonierten die Philharmoniker den dritten Satz, "Purgatorio", bevor sie sich im vierten in Mahlers Zerrissenheit, ja in den Weltabschied, die Auflösung steigerten. Mit geradezu "schreiendem" Blech und dem im Finale wiederholt eingesetzten trockenen Schlag auf der kleinen Trommel.</P><P>Besänftigung versuchen dort die Flöte und die Streicher, die sich dann im Gesang eines wunderbar zarten Adagios vereinten und ihre geballte Intensität vor dem Ersterben noch einmal in eine Riesenphrase investierten. Nach der 90-minütigen Mammut-Symphonie feierte das Publikum die Philharmoniker, ihre Solisten und den souveränen Michael Gielen.<BR></P>

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