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Gebündelte Kraft für die Literatur

München - Die Premiere des „forum:autoren“ nimmt Gestalt an:

München bekommt sein eigenes Festival für Literatur, das heuer vom 17. November bis 5. Dezember stattfinden wird. Allerdings handelt es sich dabei um eine gebündelte Aktion, die Bestehendes mit einem neuen Element verknüpft. Zum Literaturfest gehört die Münchner Bücherschau, die im vergangenen Jahr ihr 50. Bestehen gefeiert hat, der Markt unabhängiger Verlage „Andere Bücher braucht das Land“ sowie die Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises.

Das neue Element des Literaturfests ist das „forum:autoren“ - das beerbt in gewisser Weise die Münchner „Internationale Frühjahrsbuchwoche“, die es seit 1990 gab, zuletzt aber nur noch alle zwei Jahre stattfand. Den Vorteil einer gebündelten Aktion erklärt der Münchner Kulturreferent Hans-Georg Küppers so: „Mit dem Literaturfest wollen wir die große Bandbreite der Literatur- und Verlagsstadt München hervorheben und in konzentrierter Form zeigen, dass und was in dieser Buchmetropole das ganze Jahr hindurch von unterschiedlichen Institutionen für die Literatur getan wird.“

Das Spannendste am „forum:autoren“ ist, dass jedes Jahr ein Schriftsteller als Kurator fungiert - zur Premiere Ilija Trojanow (siehe Interview). Er hat freie Hand in der Gestaltung. Da der Autor für eine „kosmopolitische Weltliteratur“ eintritt, kommen seine Gäste aus aller Welt nach München: António Lobo Antunes, Umberto Eco, Péter Estérhazy und Herta Müller haben bereits zugesagt. Aber es geht nicht nur um die großen Namen, wie Reinhard G. Wittmann betont: „München gelingt es, das ganze Jahr über berühmte Autoren in die Stadt zu holen. Daher geht es beim ,forum:autoren‘ mehr um Konzepte, um ein eigenes Profil“, sagt der Leiter des Münchner Literaturhauses und konzeptueller Kopf des Literaturfests. Das Forum besteht heuer aus rund 30 Veranstaltungen, zentrale Spielstätten sind die Muffathalle, das Literaturhaus, das Volkstheater, die Münchner Kammerspiele und das Haus der Kunst - aber auch Buchhandlungen wie Hugendubel, Lehmkuhl und Literatur Moths machen mit. Lesungen und Gespräche sollen einander abwechseln und ergänzen. Bei der Konzeption des Literaturfests, das insgesamt aus über 90 Veranstaltungen besteht, stellt sich natürlich die Frage, ob die einzelnen Reihen, besonders die Münchner Bücherschau, an Profil verlieren werden. Wittmann ist vom Gegenteil überzeugt: „Durch die Abstimmung der Koordination und der Pressearbeit kann eigentlich jede dieser Veranstaltungen nur gewinnen.“ Ein Beispiel ist das Programmheft: In einem eigenen Festivalkatalog werden alle Veranstaltungen aufgeführt, die Auflage beträgt 60 000 Stück.

Seinen Auftakt nimmt das Literaturfest München gemeinsam mit der Eröffnung der Münchner Bücherschau. Ein Vorteil des Festivals ist sicher seine schlanke Struktur: Die Marketingarbeit teilen sich die einzelnen Veranstalter, die finanzielle Abwicklung erfolgt über das Literaturhaus. Langfristig anzusetzende Kostenfaktoren sind also die Position des Kurators sowie die der Koordination und der zentralen Pressearbeit. Träger des Literaturfests sind das Münchner Kulturreferat (mit dem diesjährigen Etat von 110 000 Euro), der bayerische Landesverband im Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stiftung Literaturhaus München. Außerdem wird die Reihe vom Bayerischen Kunstministerium, von der Bundeskulturstiftung sowie der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt.

Das also ist die Ausgangssituation. Klar ist bereits jetzt, dass für die Zukunft noch weitere Sponsoren gefunden werden müssen. Und natürlich muss sich das Literaturfest bei den Lesern und Bücherfreunden in München und Bayern als neues Festival etablieren.

Andreas Puff-Trojan

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