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Gefällige Oberfläche

- Levine und Mozart - sind kein Traumpaar. Zumindest legen etliche Konzerte der Münchner Philharmoniker mit ihrem Chef James Levine diesen Schluss nahe. Aber vielleicht klingt alles ganz anders, wenn der New Yorker Maestro in Salzburg und mit seinem Met Orchestra am Werk ist? Die Probe auf's Exempel konnte man am Montagabend im Großen Salzburger Festspielhaus machen: das Resultat - siehe oben.

<P>Unangetastet von neueren Interpretationswegen spannte Levine das d-moll-Klavierkonzert KV 466 zwischen softes Säuseln und zackige Akzente, ließ das Orchester sämig-weich oder schnittig spielen und hielt sich penetrant an der gefälligen Oberfläche.</P><P> Daran änderte auch Pianist Alfred Brendel nichts, der sich ebenfalls ins hurtige Abschnurren flüchtete. Immerhin ließ er in den Kadenzen erkennen, dass eine Auseinandersetzung durchaus reizvoll wäre.<BR>Auch wenn das Met Orchestra oft mulmig und diffus klang, verbarg es seine spieltechnischen Qualitäten nicht. </P><P>So ahnte man schon bei Mozart, dass dieses seit 30 Jahren von Levine geleitete Opernorchester seine Meriten hat. Bei Mahlers nachfolgender sechster Symphonie offenbarten sie sich dann restlos:<BR>Die Homogenität der angenehm rund klingenden Streicher ist beneidenswert; das Blech besitzt Glanz und Akkuratesse, dabei herrscht zwischen den einzelnen Stimmen eine ausgezeichnete Balance. Ideale Voraussetzungen, die Levine souverän nutzte - bis ins perfekt inszenierte Finale.</P><P> Auch wenn das Wienerische, das Morbide, bei ihm insgesamt zu kurz kamen, sickerten doch Melancholie und Brüchigkeit ins Andante moderato - mit einfühlsam intoniertem Hornsolo. Blendende Soli, Geschmeidigkeit und hohe Präzision ließen das Met Orchestra leuchten - Hochwasser bedingt fast bis Mitternacht.</P>

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