Gegen den Proporz

- Die Bundeskulturstiftung hält die geplante Fusion mit der Kulturstiftung der Länder für problematisch. Die Etats der Institutionen dürften nicht in einen Topf geschmissen werden, sagte Stiftungsvorstand Hortensia Völckers in Berlin. Die Länderstiftung ist mit 8,5 Millionen Euro ausgestattet, die Bundesstiftung mit 38 Millionen Euro. Der neue Kulturstaatsminister Bernd Neumann hatte angekündigt, die Fusion rasch zu vollziehen.

Völckers erklärte, es sei nicht zu empfehlen, das Geld der Stiftungen nach Proporz aufzuteilen. Die Bundeskulturstiftung habe die Aufgabe, Dinge mit bundesweiter Ausstrahlung zu unterstüzen. Es sei nicht der richtige Weg, dass die Stiftung "nur die ganz großen Glanzgeschichten" fördere, die aber mit viel Geld. Zudem müsse überlegt werden, wie die Stiftung arbeitsfähig bleibe und wie mit Parallelstrukturen umgegangen werde. Darüber hinaus sei die "Berlin-Problematik" zu diskutieren. Die Bundeskulturstiftung könne sich darauf berufen, dass für Berlin der Hauptstadtkulturfonds zuständig sei. Allerdings sei dann die Schließung einiger Institutionen zu befürchten.

Auch Stiftungs-Vorstandsmitglied Alexander Farenholtz ist skeptisch: "Man muss gar nichts", beantwortete er eine entsprechende Frage. Zunächst müssten Gespräche geführt werden, in denen geklärt werde, was jede Stiftung "übernehmen" wolle. Der Stiftungsrat müsse einer Fusion mit Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen.

Die Bundeskulturstiftung hat außerdem bekannt gegeben, dass Projektmittel in Höhe von 20 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Stiftung will damit unter anderem Künstler und Kulturschaffende fördern, die ihre Ideen und Visionen zum Wandel der Arbeitsgesellschaft darstellen. Zu den Mitteln in Höhe 13,75 Millionen Euro kommen 5,6 Millionen Euro für 57 Einzelvorhaben. Zu den geförderten Vorhaben gehören ein Kooperationsprojekt zwischen der Stiftung und dem Goethe-Institut zum Thema "Grenzen" sowie die alle zehn Jahre stattfindende Skulpturenausstellung in der Stadt Münster. Unterstützt werden unter anderem das Poesiefestival Berlin 2006, internationale Begegnungen im Bamberger Künstlerhaus "Villa Concordia", das Theaterfestival "Glaube und Religion" in Freiburg, eine Ausstellung zu Hannah Arendt in Berlin sowie das "German Jazz Meeting" in Bremen.

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