Gegen "Schlussstrich-Mentalität"

- Nach der Eröffnung der Flick Collection in Berlin hat der Zentralrat der Juden Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kritisiert, der die umstrittene Ausstellung am Dienstag eröffnet hatte (wir berichteten).

<P>Der Kanzler habe zwar auf die von Flick gegründete Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz hingewiesen. Dies könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Flick-Veranstaltung den Neonazis Vorschub leiste, sagte Zentralratsmitglied Michael Fürst gestern. Fürst ist Mitglied im Direktorium des Zentralrats und Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen.<BR><BR>Flick wolle mit Unterstützung der politischen Elite Berlins den Namen seines Großvaters, des NS-Rüstungsunternehmers Friedrich Flick, "mit Kunst reinwaschen" und einer "Schlussstrich-Mentalität das Wort" reden. Unter diesen Umständen dürfe man sich "nicht wundern, dass sich in vielen Gesellschaftsgruppen in Deutschland - speziell in der rechtsradikalen Szene - kein Geschichtsbewusstsein entwickelt und dafür keine gelebten Vorbilder in der Politik" zu finden seien, fügte Fürst hinzu.<BR><BR>Nach einer neuen Umfrage unterstützt eine knappe Mehrheit der Deutschen die Flick-Ausstellung. 58 Prozent finden es richtig, dass die Sammlung in Berlin gezeigt wird, ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins "stern". 27 Prozent sind dagegen, 15 Prozent haben keine Meinung oder wollten sich nicht äußern.</P>

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