+
Fritz Kalkbrenner am Freitagabend in München.

Fritz Kalkbrenner auf dem Tollwood

Die Gegenveranstaltung zu Helene Fischer: Tanz, Ekstase und Schweiß

  • schließen

Wer wohl mehr Spaß hatte an diesem Freitagabend? Die Schlagerfans von Helene Fischer oder die Trance-Freunde im Tollwood-Zelt? 

München - Die Gegenveranstaltung am Freitagabend zu Helene Fischer, die im Olympia-Stadion gastierte, fand zeitgleich in der unmittelbaren Nachbarschaft statt: Fritz Kalkbrenner hat zweieinhalb Stunden lang in der Tollwood-Musikarena den Bass pulsieren lassen. Und seine Fans in einen trance-ähnlichen Zustand versetzt. Tanz, Ekstase, Schweiß - schon nach einer halben Stunde herrscht im zu drei Viertel gefüllten Zelt ein Klima wie im fensterlosen Techno-Club. Mit dem Unterschied, dass der DJ einer der ganz Großen ist und live singt.

Fritz Kalkbrenner schafft es mit seinen Knöpfen und Reglern am Mischpult mühelos, das Zelt in eine chillige Dance-Hall zu verwandeln. Das ist ja das Schöne am jungen Fritz aus Berlin: Seine House-Musik ist kein stupides Bumm-Bumm-Haudrauf-Gestampfe, sondern lässiger, in die Adern gehender Beat mit genialen und abwechslungsreichen Samples. Techno für Erwachsene, der nicht weh tut, sondern unglaublich Freude bereitet. Dem Körper, der tanzt, und dem Geist, der selig ob dieser Musik ist. 

Fritz Kalkbrenner hat selbst sichtlich Freude, dreht an den Reglern und lauscht wie ein zufriedenes kleines Kind, dass seine Lieblings-CD in den Recorder gelegt hat, der Musik, die er aus den Boxen strömen lässt. Den Hit "Sky and Sand" zum Beispiel, den Fritz zusammen mit seinem älteren Bruder Paul produziert hat, oder "Ways Over Water". 

Egal welcher Titel: Es war eine wundervolle, weil unaufgeregte One-Man-Show, die Fritz Kalkbrenner abgeliefert hat. Mit ein paar Lichteffekten, mehr nicht. Ohne Pomp und Co. Fritz Kalkbrenner tut gut, ihn sollte es auf Rezept geben.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Daniele Rustioni: Von Lyon aus zur Weltkarriere
Mit Boitos „Mefistofele“ startete Daniele Rustioni in seine zweite Saison an der Opéra de Lyon - ein bestechendes Dirigat dieses großen Hoffnungsträgers
Daniele Rustioni: Von Lyon aus zur Weltkarriere
Das Gärtnerplatztheater bohrt bis zum Schmerz
Das Münchner Gärtnerplatztheater startete mit „Dantons Tod“ in die neue Spielzeit. Lesen Sie hier unsere Premierenkritik:
Das Gärtnerplatztheater bohrt bis zum Schmerz
„Söder ist kein Landesvater“
Der Münchner Kabarettist Helmut Schleich analysiert die Ergebnisse der Landtagswahl vom Sonntag  
„Söder ist kein Landesvater“
Erkenne dich selbst!
Kinderbuchautor Helme Heine präsentiert eine Hommage an Neuseeland im Museum Fünf Kontinente.
Erkenne dich selbst!

Kommentare