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Nasser Auftritt: Kraftklub spielten am Sonntagabend auf dem Dach eines alten Busses vor dem Zenith in München.

Neues Album

Kraftclub: Geheimkonzert im Nieselregen

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München - Die Band Kraftklub stellt ihr neues Album „In Schwarz“ mit einem Auftritt in München vor. Vor dem Zenith. Im Nieselregen. Auf dem Dach eines Busses.

Nach den ersten Liedern entdeckt Kraftklub-Frontmann Felix Kummer ein weinendes Kind im Publikum. „Sind die neuen Songs so schlecht?“, fragt er und gibt die Antwort gleich mit: „Na ja, du hattest halt so ’ne krasse Erwartungshaltung.“ Typischer Kraftklub-Humor: Natürlich weint das Kind nicht wegen der Musik – obwohl die Erwartungen der meisten Zuhörer tatsächlich riesig sind.

Vor drei Jahren überraschte Kraftklub mit einer wilden Mischung aus Rap, Pop und Punk auf ihrem ersten Album „Mit K“. Lieder wie „Ich will nicht nach Berlin“ und „Songs für Liam“ landeten auf Anhieb weit vorne in den Charts, das Album schaffte es sogar auf Platz eins. Jetzt sind die fünf jungen Männer aus Chemnitz auf geheimer Konzert-Tour, um ihre zweite Platte „In Schwarz“ zu bewerben, die am Freitag erschienen ist.

Auch in München war bis zuletzt alles streng geheim: Die Musiker veranstalteten eine Art digitale Schnitzeljagd mit ihren Fans. Erst als die Anhänger in den Sozialen Netzwerken genug Werbung für das Geheimkonzert gemacht hatten, verriet die Band den Ort, wo es die Gratistickets gab. Vor dem Optimolgelände am Ostbahnhof bildete sich am Sonntagmittag schnell eine lange Schlange im Nieselregen, als klar war, dass man nur dort die Einlassbändchen bekommen würde.

Das Warten lohnte sich: Kraftklub spielten am Abend vor fast 1000 Fans auf dem Parkplatz des Zenith gut 75 Minuten lang nicht nur fast die komplette neue Platte, sondern auch viele Hits ihres ersten Albums. Noch immer ist die Musik der Band mit ihren treibenden Gitarren vor allem tanzbar, zum Beispiel die Single „Unsere Fans“. Es geht um Alltägliches, die Liebe und die Erfahrung, zum ersten Mal ein bisschen berühmt zu sein.

Doch wer genauer hinhört, erkennt auf „In Schwarz“ auch ziemlich kluge Töne. In „Die Stadt ist zu laut“ kritisieren Kraftklub die Gentrifizierung, bei der alteingesessene Bewohner und Kneipen aus Stadtvierteln verdrängt werden. In dem Song gehe es um Bars wie das Atomic Café in München, das demnächst schließen muss, erklärt Sänger Kummer. Kraftklub kommen dort trotzdem im Oktober noch einmal für ein Club-Konzert vorbei – es ist bereits restlos ausverkauft. So schlecht können die neuen Songs also nicht sein.

Philipp Vetter

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