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David Schultheiß, Konzertmeister, leitete vom ersten Pult aus.

Es geht auch ohne

München - Das Bayerische Staatsorchester verzichtet auf einen Dirigenten.

Zum 200. Geburtstag der Musikalischen Akademie tischte das Bayerische Staatsorchester üppig auf und verwöhnte sein Publikum im Nationaltheater mit Ungewohntem. In Erinnerung an seine Anfänge verzichtete das Ensemble auf einen Dirigenten, und der Konzertmeister übernahm – wie früher üblich – die Leitung vom ersten Pult aus.

Haydns Symphonie Nr. 31 geriet, von David Schultheiß befeuert, zum schwungvollen Auftakt: lebendig, akzentuiert und vor allem mit herrlichen Soli nicht nur der Hörner, sondern auch der Holzbläser, der Violine und des Cellos. Dass Bach nicht zum täglichen Brot des Opernorchesters gehört und Barockes momentan nicht im Repertoire ist, merkte man dem dritten Brandenburgischen Konzert an. Obwohl Geigen und Bratschen historisch korrekt im Stehen und mit Verve musizierten, täuschte die Rasanz über etliche Unebenheiten nicht hinweg. Überzeugender setzten sich da die Bläser in Szene. Sie nutzten Dvo(r)áks Serenade d-Moll, um sich als homogene Truppe zu präsentieren. Angeführt von der „vorlauten“ Oboe Giorgi Gvantseladzes ließen sie die Sätze lebendig werden: mit fulminantem Furiant-Trio im Menuett und geschmeidigem Andante, in dem das Cello ausdrucksvoll „mitsang“.

Irritierte das Programm auf den ersten Blick als Kraut-und-Rüben-Gemisch, so entpuppte es sich vor dem Hintergrund des Geburtstages als klug disponierte Gesamtschau aufs Orchester. In Edward Elgars Introduktion und Allegro op. 47 musizierten Streicher und Streichquartett als elegant verwobene Ensembles. Und zur Krönung marschierte eine Riesenbesetzung auf, um mit Ravels „Boléro“ die Autarkie des Orchesters eindrucksvoll zur Schau zu stellen. Eine schlaue Wahl: Die kleine Trommel – hier ins Zentrum gerückt – gibt den unerbittlichen Grundrhythmus vor und ersetzte quasi den Dirigenten.

Gabriele Luster

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