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Tanzschritte wie vom „King of Pop“ sind jetzt im Deutschen Theater zu erleben.

So geht Unterhaltung

München - In diesen etwas mehr als zwei Stunden stimmt vieles: „Thriller – Live“ wurde im Deutschen Theater wiederaufgenommen. Eine Kritik.

Das Deutsche Theater ist wieder in der Spur. Zuletzt schrammte das „Grease“-Ensemble auf der Bühne an Münchens Schwanthalerstraße haarscharf am Tatbestand der Arbeitsverweigerung vorbei. Deshalb müsste man jetzt auch alle „Grease“-Darsteller zum Nachsitzen in „Thriller – Live“ schicken: So geht Unterhaltung!

Am Mittwoch feierte die Show über Michael Jackson (1958–2009) Wiederaufnahme-Premiere – und nach zwanzig Minuten standen die Zuschauer zum ersten Mal. In diesen etwas mehr als zwei Stunden stimmt vieles: Der Abend hat Tempo, Gefühl, Spannung, Sex, die richtige Liedauswahl und, vor allem, ein exzellent aufgelegtes, hochmotiviertes Ensemble.

Adrian Grant und Gary Lloyd haben die Show klug und dramaturgisch sinnvoll konzipiert: Ihnen geht es nicht um Imitation, sondern um Interpretation des „King of Pop“. Es ist die richtige Entscheidung, die Hits von vier Darstellern – darunter ein Weißer und eine Frau – singen zu lassen. Sie werden (auch stimmlich) zudem von Tänzer David Jordan unterstützt, der Jackson geatmet zu haben scheint, so sehr hat er dessen Bewegungen und Habitus übernommen. Einer allein würde unter der Last des Vorbilds unweigerlich in die Knie gehen (müssen). Stattdessen bringt hier nun jeder Interpret eine eigene Klangfarbe in die Nummern. Das Konzept funktioniert – auch, weil es Jackson so sehr gerecht wird. Er vereinigte in seiner Kunst eben nicht nur unterschiedliche Musikstile, sondern verwischte auch Grenzen zwischen den Hautfarben und Geschlechtern.

Gesungen und getanzt wird auf hohem Niveau (dieser Moonwalk!), dazu kommt eine exakt getaktete Lichtshow und ein glasklar abgemischter Sound, der die Zuschauer von den Sitzen heben würde, stünden sie nicht längst. Die Band spielt die Nummern von den Jackson 5 bis zu den Über-Hits „Thriller“, „Bad“, „Dirty Diana“, „Beat It“ und „Billie Jean“, als hätte sie jene komponiert. Für diese fünf Musiker werden sie im Hof des Deutschen Theaters ein Denkmal bauen müssen. „Thriller – Live“? Reingehen! Alles andere wäre „Bad“.

Michael Schleicher

Weitere Vorstellungen

bis 1. Juni;

Telefon 089/ 55 23 44 44.

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