Geigerin mit Hund

- Ein Beispiel, das keine Schule machen sollte: Geplant war das "Jubiläumskonzert der Geigerin Liana Issakadze anlässlich ihre 60. Geburtstages" ursprünglich in der Münchner Philharmonie. Kurzfristig wurde es -­ wohl aufgrund der nur etwa 900 verkauften Karten -­ in den ebenfalls kurzfristig frei gewordenen Herkulessaal verlegt.

Wegen der notwendigen Umtauschaktion der Tickets vor Veranstaltungsbeginn herrschte viel Unruhe, bis auch die letzten Musikfreunde ihre Plätze fanden. Unfreiwillig sorgte schließlich der Cockerspaniel von Liana Issakadze für gute Laune: Er entwischte auf die Bühne und lauschte vor Konzertbeginn den Lobesworten der russischen Kulturabgeordneten über die Verdienste seiner Herrin um die hohe Kunst der russischen Violinschule.

Es war wie eine Erlösung, als sich endlich mit einstündiger Verspätung Liana Issakadze zusammen mit Stargeiger Maxim Vengerov dem d-moll Doppelkonzert von Johann Sebastian Bach zuwandte.

Beherzt schwungvoll und satt der Einstieg in den Eröffnungssatz. Fast analytisch zelebriert das Largo ma non tanto, und durch alle drei Sätze floss bis ins finale Allegro viel russische Seele. Dass Issakadze einst David- Oistrach-Schülerin war, war in der Tongebung nicht zu überhören. Begleitet wurden die beiden vom Liana Issakadze Chamber Orchestra. Anschließend folgte Musik für Streichersolisten und Orchester von Joseph Haydn, Vengerov spielte wunderbar die Sätze zwei und drei aus Mozarts viertem Violinkonzert in D-Dur.

In der Pause musste ein Teil des Publikums heim und verpasste damit Tamara Ibragimovas sehr sphärische "Stimmen aus der Ferne", den Bassisten Paata Burchuladze mit der Arie des Don Basilio aus Rossinis "Il Barbiere di Siviglia" und schließlich Bernsteins Serenade für Violine, Streicher, Harfe und Percussion. Jubel für die Jubilarin.

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