Wagner-Deal offenbar fix: FC Bayern holt Stürmer aus Hoffenheim

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Geisterstadt im Nebel

- Nebel über Venedig. Er kriecht durch die Kanäle und legt sich um Paläste. Er steht über dem bewegungslosen Meer und hüllt die Stadt in eine geheimnisvolle Atmosphäre.

<P>Die Plätze sind wie leer gefegt, Venedig wirkt wie ausgestorben auf den Fotografien, die Günter Derleth von seiner Lieblingsstadt gemacht hat und die nun im Kunst-Pavillon im Alten Botanischen Garten ausgestellt sind. Trotzdem sind dies reale Abbilder, aufgenommen zum Beispiel auf der belebten Piazza di San Marco oder dem Rio della Misericordia.</P><P>Das Schreiben mit Licht</P><P>Rätselhaft, diese Stimmung, aber die Lösung ist ganz einfach. So einfach, wie ein Laienfotograf es sich heute kaum noch vorstellen kann: ein lichtdichter Holzkasten mit einem kleinen Loch, verschlossen von einem hauchdünn mit einem Laser durchschossenen Metallplättchen, und eine Planfilmkassette - die Camera obscura, genannt Lochkamera. Das simpelste, das ursprünglichste Prinzip der Fotografie, das "Schreiben mit Licht", das bis ins China des fünften Jahrhunderts v. Chr. zurückreicht.</P><P>Die unmittelbare Erfahrbarkeit dieses Prinzips vor dem Kunst-Pavillon: Dort steht, mit Blick auf den Justizpalast, eine begehbare Camera obscura, 2, 5 m mal 2, 5 m mal 2, 5 m. Durch ein in seiner Größe variables Loch - von Stecknadel bis Tischtennisball _ fällt Tageslicht in den Kasten. Auf der weißen Innenseite der Rückwand, dem "Planfilm", erscheint das Abbild des Justizpalastes, seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend. Je feiner die Öffnung, desto schärfer das Foto, desto dunkler natürlich auch. Je größer die Brennweite - der Raum zwischen Loch und Film -, desto größer auch der Bildausschnitt: Zoom ohne Objektiv. Am 25. April ist "Pinhole Day": Besucher können mit Mini-Lochkameras Fotos schießen und sich dann, in einer neuen Ausstellung, auf das Resultat freuen.</P><P>Nichts zu bearbeiten, alles zu sehen, war Derleths Wunsch, als er 1993 die Arbeit mit der Lochkamera aufnahm - der Kontrast zur Werbefotografie, seinem eigentlichen Metier, könnte größer nicht sein. "Das Morbide und Dekadente an Venedig gefällt mir", begründet Derleth sein Thema. Und so richtete er sein weitwinkliges Auge auf lichtdurchflutete Fischhallen, Kreuzgänge und Café´s, wählte Belichtungszeiten von fünf Sekunden bis zu einer Stunde - mit einzelnen, unheimlich durch die Bilder wandernden Füßen und Köpfen als Folge.</P><P>Fast alle Aufnahmen Derleths sind kalt und geisterhaft, spiegeln die Ruhe vor einem Sturm; nur auf einem Foto strahlt Vertrauen erweckend die Sonne. Doch der Schein trügt, denn dies ist der Garten des Palazzo Dario, und in dem spukt es - dem Volksglauben nach - wirklich.</P><P>Bis 25. April, Kunst-Pavillon, Sophienstr. 7a, Tel. 089/59 73 59.</P>

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