Gelassene Eleganz

- Kunstkenner rümpfen die Nase, wenn das, was sie anschauen, kein Original ist. Musikfreunde hingegen dürfen sich ungeniert auch an Nicht-Originalen, an Bearbeitungen erfreuen. Denn meist änderte sich lediglich die Besetzung. Für Violine, Cello und Harfe hat offenbar nur Jacques Ibert komponiert, denn alle anderen Stücke der kammermusikalischen Benefiz-Matinee zugunsten von "lebensmut - Leben mit Krebs" waren Adaptionen. Und dennoch kleine Kostbarkeiten, wie sich im Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz herausstellte.

<P>Drei Solisten - Daniel Nodel, Violine, Eva-Christiane Lassmann, Cello, und Cristina Bianchi, Harfe - des BR-Symphonieorchesters musizierten mit ansteckender Freude. Auch wenn in der Händel'schen, von Johan Halvorsen bearbeiteten, glutvoll begonnenen Passacaglia (für Geige und Cello) die Violin-Intonation noch etwas schwächelte, sang sie sich schon in de Fallas von der Harfe begleiteten "Cantiones populares" frei. Cello und Harfe vereinten sich in drei Sätzen von Gabriel Fauré´, in dessen "Papillon" das Cello in flotter Griff- und Bogentechnik den Schmetterlingspart absolvierte. Mit süffigem Cello-Ton wurde auch "Der Schwan" von Camille Saint-Saë¨ns in seiner gelassenen Eleganz lebendig. Duftig akkompagniert von der stärker geforderten Harfe punktete Nodel mit einer Fantasie von Saint-Saë¨ns und dem Lied "Bon Soir" von Debussy. <BR><BR>Erst beim abschließenden Original-Trio zeigte sich, dass Jacques Ibert dieser Instrumenten-Kombination durchaus Reizvolles abzugewinnen verstand. Vor allem im langsamen Satz, in dem die drei Stimmen kunstvoll miteinander verschlungen sind. Aber auch in den Ecksätzen nutzten die drei Solisten ihre Gleichberechtigung in homogener Abstimmung und verabschiedeten sich mit einer Zugabe von Astor Piazzolla. Zur Freude des Publikum, das mit seinem Konzertbesuch "lebensmut" und damit krebskranke Menschen und ihre Angehörigen unterstützt. Ex-Minister Hans Zehetmair und Prof. Wolfgang Hiddemann betonten in Grußworten, dass Hochleistungsmedizin und Menschlichkeit zusammengehören.</P><P>Nähere Informationen: lebensmutmed.uni-muenchen.de.</P>

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