Geld für Hochbegabte

- Die größte Privatsammlung des Frühwerks von Max Liebermann (1847-1935) mit einem gesamten Schätzwert von 5,5 Millionen Euro kommt am 22. September, 15 Uhr, in München unter den Hammer. Das Auktionshaus Hampel ist mit der Versteigerung der Sammlung des früheren Hertie-Inhabers Hans-Georg Karg (1921-2003) beauftragt worden. Dieser ist vor dreißig Jahren in einer Münchner Galerie durch das Bild "Reiter am Meer nach links" (1900) auf Liebermann aufmerksam geworden. Karg und seine Frau Adelheid vermachten ihr ganzes Vermögen der von ihnen gegründeten Karg-Stiftung zur Hochbegabtenförderung, die nun den Kunstschatz zum Verkauf frei gibt.

Die umfangreiche Sammlung enthält nicht nur 35 Gemälde und Pastelle, sondern auch Lithografien, Radierungen, Skizzen, ein Skizzenbuch und persönliche Korrespondenz des Künstlers. Bis zur Versteigerung beherbergt das Haus Hampel also eine kleine und feine Max-Liebermann-Ausstellung. Die Werke sind zwischen 1847 und 1926 entstanden.

Landschaftsszenen, die das bäuerliche Leben aufnehmen wie "Stille Arbeit" (1885), "Holländisches Hirtenmädchen" (um 1887) oder "Junge mit Ziegen" (1889). Darüber hinaus sind Kinderporträts und Impressionistisches wie der "Kinderspielplatz im Tiergarten" (um 1926) zu bestaunen. Es werden auch zwei Filme gezeigt (Holger Hampel: "Da haben wir ein bisschen im Internet geschnüffelt"), die den Künstler porträtieren und Aufnahmen Liebermanns bei der Arbeit im Atelier zeigen.

Bei dem Gemälde mit dem höchsten Schätzwert (650 000 Euro), das "Wirtshaus in Overveen", ist die Provenienz noch zu klären. Hier und bei zwei weiteren Bildern stellen die Erben der Familie Flersheimer Ansprüche. Dies werde allerdings die Auktion nicht weiter beeinträchtigen, so Hampel. Er erwartet zum Versteigerungstermin neben interessierten Museen Bietende aus der ganzen Welt.

Auktion am 22.9.; Vorbesichtigung vom 15. bis 20. September möglich; Schellingstraße 44, Gartenvilla, von 10 bis 18 Uhr.

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