Geld-Quellenschutz

- Linda Swan weiß nicht, dass ihr Mann seit zwei Jahren arbeitslos ist. Denn der erfindungsreiche Eric, der zunächst das Arbeitslosengeld seines längst nach Kanada ausgewanderten Untermieters Tompson kassiert, erschließt sich immer neue Zuwendungsquellen, im Klartext: weitere bedürftige, und kranke Untermieter. Und die Sozialhilfe fließt und fließt: "Cash - und ewig rauschen die Gelder", Michael Cooneys Farce auf die langsam mahlenden Mühlen der Bürokratie, machte jetzt in Sebastian Goders Regie der rasanten Verwechslungskomik die Münchner Komödie am Max II zu einem wahren Lach-Palast.

Irgendwann klopft doch mal der Außenprüfer des Sozialamtes. Und da gibt - muss ja! - Eric sich als gehbehinderter Untermieter Tompson aus, braucht aber für eine erforderliche Unterschrift ein Swan-Double. Und schon springt eine Lügenmaschine an, die immer kompliziert-komischer vorwärts knattert: der gerade im Haus logierende Freund Norman Bassett, bereits als "verstorben" deklariert, wird bei seinem sehr vitalen Auftauchen in Swans Brit-Röschentapete-Wohnzimmer zum taubstummen Bassett Jr. umfunktioniert, dann in Charleys-Tante-Verkleidung zu Mrs. Swan - was der Erzkomödiant Goder flottest miterledigt.

Die Klamotten nebst Stretch-Höschen und Stütz-BH sind ebenfalls milde Sozialamt-Gaben. Erics Onkel George hat sie in gut florierender Partnerschaft zum Textilhandel ausgebaut. Von Linda in Unterschränken entdeckt, führt es zu ihrem Aufschrei: Eric ist ein Schwuler, eine Transvestit! Hier kriegt man Vaudeville so flitzig wie in den Londoner Westendtheatern. Zwischen dem Klippklapp der Türen reden die Beteiligten - ergänzt durch Lindas Ehe-Therapeuten ("Lassen Sie's raus, lassen Sie's raus") und eine resolute Leichenbestatterin - grandios körper- und sprachturnend aneinander vorbei.

Ralf Komorr als Eric-Meisterlügner wird bei jeder Vorstellung sicher ein paar Pfund herunterschwitzen. Der Lohn: brausender Applaus auch für Goder, Kathrin Fröhlich, Bernhard Ulrich, Dieter Henkel, Katherina Mai, Josef Baum und Heide Ackermanns Sozialamt-Chefin - die noch alles zum Guten wendet . . .

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