Gelungener Auftakt für Leipziger Buchmesse

- Leipzig - Tausende Besucher haben am Donnerstag für einen gelungenen Auftakt der diesjährigen Leipziger Buchmesse gesorgt. Schon vor Öffnung der Hallen um 10.00 Uhr bildeten sich lange Warteschlangen an den Kassen.

<P>"Es waren sehr viel mehr Besucher als in den vergangenen Jahren", sagte Buchmesse-Sprecherin Susanne Heusler. An den Ständen der Verlage und Editionen drängten sich Bücherfans, vertieften sich in Leseexemplaren und bevölkerten Foren und Lesungen.</P><P>Mit 2084 Ausstellern aus 30 Ländern verzeichnet das "Frühlingsfest der Bücher" (bis 28. März) einen neuen Rekord. Zudem erwarten die Veranstalter erstmals in der Geschichte der Buchmesse eine sechsstellige Besucherzahl.</P><P>Am Abend sollte der Deutsche Bücherpreis bei einer Fernsehgala verliehen werden. Die undotierte Auszeichnung wird zum dritten Mal vergeben. Nominiert sind in vier Kategorien zwölf Autoren und ihre Bücher wie Michael Moore, Siegfried Lenz, Charlotte Link, Yann Martel, Eoin Colfer sowie Modedesigner Wolfgang Joop und Szenekoch Jamie Oliver. Kinderbuch-Autorin Mirjam Pressler bekommt die von Günter Grass geschaffene Skulptur "Butt im Griff" für ihr Lebenswerk, Eric-Emmanuel Schmitt den Publikums-"Bücher-Butt".</P><P>Die feierliche Eröffnung der Buchmesse am Mittwochabend war überschattet vom Protest des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn. Grund war die Passage in der Rede der früheren lettischen Außenministerin und künftigen EU-Kommissarin, Sandra Kalniete, es gebe Erkenntnisse, dass die beiden totalitären Regime Nationalsozialismus und Kommunismus gleichermaßen kriminell waren. Korn äußerte am Donnerstag Befürchtungen vor einer neuen Welle von Antisemitismus im Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung. Man dürfe nicht den Nationalsozialismus, der 48 Millionen Menschen das Leben gekostet habe, mit dem Kommunismus gleichsetzen. Manche Länder Osteuropas, die am 1. Mai der Europäischen Union beitreten, hätten dieses Kapitel der Geschichte noch nicht bearbeitet.</P><P>"Ich hätte wahrscheinlich lautstark Wort ergriffen und die Rücknahme der Aussage gefordert", sagte Berliner Verleger Bernd F. Lunkewitz (Aufbau). Eine Gleichstellung mit dem Sowjetsystem zeuge von "historischer Unbildung". Der Holocaust habe eine einmalige Dimension.</P>

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