140 Gemälde - Die Odyssee der Werke

- Marc Chagall war gerade 26 Jahre alt und ein international kaum bekannter Maler, als er 1913 zum Ersten Deutschen Herbstsalon in der Berliner Galerie "Der Sturm" eingeladen wurde. Der in Weißrussland geborene Künstler verkaufte auf Anhieb drei Bilder. Im Jahr darauf fand ebenfalls in Berlin die erste reine Chagall-Ausstellung statt - und sein Weltruhm war nicht mehr aufzuhalten.

<P>Doch erst jetzt - 18 Jahre nach seinem Tod - gibt es zum ersten Mal eine umfassende Ausstellung zum Thema "Chagall und Deutschland"; und zwar im Jüdischen Museum Frankfurt. "Verehrt und Verfemt" ist der Titel für die Schau mit 140 Bildern des Künstlers aus aller Welt. Eine ganze Reihe davon befindet sich in Privatbesitz und ist in der Frankfurter Ausstellung zum ersten Mal überhaupt in der Öffentlichkeit zu sehen. </P><P>Kein Wunder, denkt man an die in der deutschen Geschichte begründete Odyssee seiner Werke. Bei den Nazis war Chagall verfemt, seine Bilder verschwanden aus den Städten. 1938 wurden die 59 noch in öffentlich zugänglichen Galerien verbliebenen Gemälde des jüdischen Malers beschlagnahmt, ein Teil davon in den regionalen Schauen "entarteter Kunst" verspottet und schließlich gegen harte Devisen ins Ausland verkauft. </P><P>Beispielhaft für dieses Schicksal ist das 1924/25 entstandenn Ölgemälde "Der Trog". Oder auch das Bild der Synagoge im litauischen Wilna aus dem Jahr 1935, das zugleich das letzte Zeugnis des von den Nazis zerstörten jüdischen Gotteshauses ist. Aus Paris entliehen ist "Die gelbe Kreuzigung", die Chagall 1943 in New York nach den ersten Berichten über die Vernichtungslager des "Dritten Reichs" malte. Aber Chagall wäre nicht Chagall, wenn er nicht nach 1945 auch in seinen Bildern wieder Versöhnung propagiert hätte.</P><P><BR>Die Ausstellung ist noch bis zum 18. April in Frankfurt am Main, ab 1. Mai in Berlin im Max-Liebermann-Haus zu sehen sein.<BR></P><P>@ www.juedischesmuseum.de<BR></P>

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