Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest

Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest

Gemeinsame Sprache

- Die Festspiele in Salzburg bieten heuer zum Mozartjahr sämtliche Opern des wohl berühmtesten Sohnes ihrer Stadt und garnieren das Programm dazu mit mehreren Konzerten. Etwas ruhiger wurde das Geburtstagskind ein paar Kilometer weiter nördlich von Anne Sophie Mutter und Lambert Orkis gefeiert, die an drei aufeinander folgenden Abenden im Münchner Gasteig Mozarts Sonaten für Klavier und Violine präsentierten. Warum als Austragungsort für diesen Kammermusik-Marathon gerade die Philharmonie gewählt wurde, dürfte das Geheimnis der Veranstalter bleiben, erwiesen sich die Proportionen des Saales hierfür doch alles andere als ideal.

Die beiden Künstler taten ihr Bestes, um gegen die Widrigkeiten des Raumes anzukämpfen, doch konnten auch sie nichts daran ändern, dass so manche Feinheiten auf der Strecke blieben bei diesem Streifzug von A bis Z durchs Köchelverzeichnis. Oder besser von A bis A, denn nach dem Auftakt mit der A-Dur Sonate KV 305 ging das Programm am Donnerstag in gleicher Tonart mit der Sonate KV 526 zu Ende. Und gerade hier, in Mozarts letzter und ausgereiftester Komposition für diese Duo-Besetzung, liefen Mutter und Orkis noch einmal zu wahrlich großer Form auf.

Hatte man am ersten Abend noch ab und an das Gefühl, die beiden würden zwar nebeneinander, doch nicht miteinander auf der Bühne stehen, hatten sie im Laufe der drei Tage zu einer gemeinsamen Sprache gefunden, in welcher sich der sportiv lockere Anschlag des Pianisten ideal mit dem sanften Bogenstrich der Geigerin ergänzte. So gab es hier immer wieder Momente, die tief berührten und selbst das arg grippegebeutelte Publikum in andächtiges Schweigen versetzten.

Am stimmigsten geriet aber dennoch der zweite Münchner Abend, welcher mit der gefühlvoll interpretierten Sonate KV 304 zudem das einzige Werk in einer moll-Tonart vorzuweisen hatte. Waren es doch vor allem die hier reichlich gebotenen elegisch langsamen Sätze, die Anne Sophie Mutter wie nur wenige andere auszukosten verstand und mit denen sie ihren Ruf wieder einmal bestätigte.

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