Gemeinsame Werte

- Europamusicale - hinter diesem klangvollen Titel verbirgt sich nicht länger n u r ein Festival, sondern nun auch eine Stiftung. Europa musikalisch einen, seine Vielfalt, sein musikalisches Erbe neu entdecken und lebendig werden lassen - das sind die Ziele dieser Europäischen Kulturstiftung, die am Mittwochabend zum ersten Stiftungskonzert ins Münchner Prinzregententheater eingeladen hatte.

<P>Helmut Pauli, Münchner Konzertveranstalter und Initiator, kreierte das erste Europamusicale Festival im Europa-Jahr 1993. Das zweite folgte zum Millennium und das dritte 2004 zur EU-Ost-Erweiterung. Paulis Stiftung, in deren Kuratorium bereits 24 europäische Länder Sitz und Stimme haben, soll nun mit der Musik als einer Sprache ohne Grenzen die Menschen in Europa einander näher bringen, die Einheit fördern. <BR><BR>Altus Andreas Scholl <BR><BR>Vertreter aus 16 europäischen Nationen waren beim ersten Stiftungskonzert dabei. Kammersänger Francisco Araiza schickte als Vorstandsmitglied einen Video-Gruß, und Vorstandsvorsitzender Hansjörg Staehle versprach, als "trockener Jurist System in die Angelegenheiten der Stiftung" zu bringen. Staatssekretärin Emilia Franziska Müller, ehemals Mitglied im Europäischen Parlament, wies in ihrer Festrede darauf hin, dass die EU nicht nur eine auf Politik und Wirtschaft ausgerichtete Vereinigung sei, sondern eine "Werte-Gemeinschaft mit gemeinsamem Kulturraum".<BR> <BR>Dass in Europa schon vor mehr als dreihundert Jahren musikalische Brücken geschlagen wurde, dafür erbrachten Countertenor Andreas Scholl und sein Begleiter Markus Märkl als perfekt harmonierendes Team den tönenden Beweis: mit Vorzeige-Europäern wie Händel, Haydn und Mozart. Mit seinem sehr leichten, stilsicher und instrumental geführten, in den Registern fein abgemischten Altus malte Scholl die Liebesfreuden und -schmerzen in den drei Händel-Kantaten "Nel dolce tempo", "Lungi da me, pensier tiranno!" und "Dolc'e pur d'amor l'affano" in zartem Pastellton. Die Koloraturen perlten flexibel, und auch in der Höhe störten weder Schärfe noch Drücker.<BR><BR>Dennoch freute sich das Ohr, als mit Haydn (drei englische Lieder) und Mozart (eine italienische Arie und ein deutsches Lied) Abwechslung geboten wurde und Scholl sein kunstvolles Mezzavoce, seine makellose Intonation und Linienführung mit etwas mehr Ausdruck auflud. Auch Markus Märkl wechselte vom schnurrenden Cembalo ans Hammerklavier und ließ als Solist mit einer agogisch durchaus eigenwilligen d-moll-Fantasie von Mozart aufhorchen.<BR></P>

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