Geniales Monster

- Filmregisseur John Huston mit dem Spitznamen "The Monster" war ein Kerl der harten Sorte. Er zettelte gerne Schlägereien an, galt als Frauenheld, war Kettenraucher, liebte Alkohol und konnte sich selbst während der Dreharbeiten zu dem Marilyn-Monroe-Film "Misfits - nicht gesellschaftsfähig" (1961) nicht von der Spielsucht losreißen. Dennoch war Huston, dessen Geburtstag sich diesen Samstag zum 100. Mal jährt, ein genialer Regisseur.

Er drehte unter anderem berühmte Werke wie "African Queen" (1952), "Asphalt-Dschungel" (1950) und "Der Schatz der Sierra Madre" (1948).

Dass John Marcellus Huston 1906 in der winzigen Stadt Nevada (Montana) geboren wurde, war angeblich kein Zufall: Hustons Großvater, ebenfalls ein Spieler, soll die Stadt beim Pokern gewonnen haben. 15-mal war John Huston für einen Oscar nominiert. Aber nur mit seinem Vater Walter Huston in dem Goldgräber-Drama "Der Schatz der Sierra Madre" schaffte er es. Papa Huston wurde mit einem Oscar als bester Nebendarsteller ausgezeichnet, Sohn Huston selbst nahm zwei Trophäen für die beste Regie und das beste Drehbuch mit nach Hause. Jahre späte engagierte er seine Tochter Anjelica Huston für den Mafia-Film "Die Ehre der Prizzis" (1985): Sie gewann prompt ebenfalls einen Oscar.

Hustons Helden sind unverwechselbar: gebrochene, maskuline Typen wie Gregory Peck als Kapitän Ahab in "Moby Dick" (1956) oder Richard Burton als ausgedienter Pfarrer Lawrence Shannon in "Die Nacht des Leguan" (1956). Sie gelten nach außen hin oftmals als Verlierer, verfolgen aber mit Besessenheit ihre Ziele. Leiten ließ sich Huston dabei von den eigenen Instinkten: "Ich versuche nicht, herauszufinden, was eine Millionen Leute vielleicht wollen. Es ist schwer genug zu wissen, was ich mag."

Kritiker sind überzeugt, dass Huston mit dem Bogart-Streifen "Die Spur des Falken" (1941) ein ganz eigenes Hollywood-Genre kreierte: die amerikanische Version des Film Noir. Huston liebte es, seine Szenen der Reihe nach und am Ort zu drehen - Studios waren ihm ein Gräuel. Film verschwendete er wenig und hatte die Schnitte schon im Kopf. Im Alter an den Rollstuhl gebunden, wollte er trotzdem nicht aufhören zu arbeiten: Noch 1987 führt er Regie bei "Die Toten", einer Story von James Joyce mit seiner Tochter Anjelica. Es sollte sein letzter Film werden. Am 28. August 1987 starb John Huston im Alter von 81 Jahren.

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