Dortmund besiegt "Fluch von Berlin" - Triumph für Tuchel

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Geometrische Etüden

- Man ist versucht, ihn zuzuordnen: denen, aus deren Nähe er kam - Gerhard Richter, Imi Knoebel - oder denen, in deren Nähe er sich malte - Kasimir Malewitsch, auch Marcel Duchamp. Am nächsten aber kommt man diesem Künstler, wenn man ihn bei denen betrachtet, in deren Nähe er sich dachte: Thelonious Monk etwa oder Stevie Wonder.

Blinky Palermo, diesen Namen eines Mafioso und Boxpromoters gab sich Peter Heisterkamp (1943-1977) nicht selbst. Ein Kommilitone an der Düsseldorfer Kunstakademie erfand ihn, und sein Lehrer Joseph Beuys war hocherfreut. Die beiden Dreiecks-Etüden, die Palermo Monk und Wonder widmete und die nun in der Ausstellung "Blinky Palermo - Das grafische Werk und die Auflagenobjekte 1966-1975" im Foyer der Versicherungskammer Bayern zu entdecken sind, verraten etwas rares Persönliches über diesen früh verstorbenen Künstler mit dem verschlossenen Ausdruck im abgezehrten Gesicht: etwas von seiner großen Liebe zur Musik, gekleidet in eine faszinierende Handschrift aus sich suchender geometrischer Form.

In den beiden Werken zeigen sich zwei der "4 Prototypen", die Blinky Palermo immer wieder verwandte: die graue Scheibe, der schwarze Kasten, das blaue gleichschenklige, das grüne Dreieck. Innerhalb der Präzision aber gab Palermo seinen Formen auch etwas sympathisch Lebendiges. Indem er ihren Rändern gestattete auszufransen. Indem er der ordentlichen roten Gerade eine formlose, schier willkürliche Ockerfarbmasse zur Seite tupfte. "Kunst als Interpretation, neues Sehen und Bewusstseinserweiterung", formulierte er.

Bei der Hängung der Exponate, die auch grafische Reproduktionen von Wandmalereien umfassen, kann die Schau in der Versicherungskammer nur raten. Der Raum als Teil der Kunst - er bleibt Palermo selbst vorenthalten. Doch die Weite des Foyers erlaubt viel Spielfläche für schöne Korrespondenzen und Zitate, interessante Sichtachsen und große Fluchten, welche ein Highlight wie das weiß-rot-blaue Siebdruck-Diptychon "Flipper" (1970) durchaus zu inszenieren wissen.

Bis 11. Juni, Maximilianstaße 53, täglich 9-19 Uhr; Tel. 089/21 60-27 91; der Eintritt ist frei.

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