Gerangel um Dance

- Viel Theater hat es um das Tanzfestival Dance in der letzten Zeit gegeben. Im Jahr 2006 wird es zum zehnten Mal stattfinden, aber nicht seine bisherige Leiterin Cornelia Albrecht (2002 und 2004) soll es ausrichten. Kulturreferentin Lydia Hartl nämlich wollte sich nicht an die Option halten, die ihr Vorgänger Julian Nida-Rümelin Cornelia Albrecht auch für das Jahr 2006 gegeben hatte. Nun soll nach dem Willen des Kulturreferats Bettina Wagner-Bergelt, stellvertretende Direktorin des Bayerischen Staatsballetts und einst Mitbegründerin von Dance, neue Kuratorin werden. "Aber nur, wenn das Festival in das Frühjahr 2007 verlegt würde. Vorher könnte ich es auf keinen Fall zeitlich schaffen", sagte Wagner-Bergelt. Sie will das Amt parallel zu ihren Aufgaben beim Staatsballett bekleiden und wünscht sich, dass "natürlich das Staatsballett noch stärker in das Festival eingebunden wird".

<P>Gestern nun sollte der Kulturausschuss über die Verschiebung ins Jahr 2007 entscheiden. Stattdessen tagte er nicht-öffentlich und äußerst kontrovers, wie zu erfahren war. Aus der Sicht der designierten Kuratorin empfiehlt sich eine Verlegung ins Frühjahr, weil die meisten Truppen, einschließlich des Bayerischen Staatsballetts, im Herbst stark durch den eigenen Saisonbeginn beansprucht sind. "Aber es gibt nicht nur organisatorische, sondern auch inhaltliche Gründe", so Wagner-Bergelt. "Festivals gehören ins Frühjahr oder den Sommer. Dann kann man besser mit Veranstaltungen nach draußen, in die Bevölkerung gehen."<BR>Indem der Kulturausschuss die Terminänderung für Dance vertagt hat, hat er die damit verbundene Personalentscheidung ebenfalls aufgeschoben. Im Zusammenhang mit der Absage an Cornelia Albrecht soll jetzt das gesamte Vorgehen durch das Kulturreferat noch einmal geprüft werden. Wobei auch in der Vergangenheit stets das Referat das Recht hatte, den Kurator auszuwählen und dem Stadtrat nur noch bekannt zu geben. Wer allerdings inzwischen, nach der Organisationsreform des Referats, für Tanz zuständig ist und die Kulturreferentin im Fall von Dance berät, ist unklar. <BR><BR>Auch die Neuorganisation des Referats war Thema im gestrigen Kulturausschuss. Während SPD-Stadträtin Ingrid Anker (SPD) berichtete, dass sich die neuen Zuständigkeiten bewährt hätten und keine Klagen mehr kämen, bedauerte Ursula Sabathil (CSU), dass das Wissen einzelner Experten über bisherige Aufgabengebiete nun verloren gehe. Sabathil fragte bei dieser Gelegenheit auch nach dem, wie ihr immer wieder erzählt werde, "vergifteten" Klima im Referat. <BR>Lydia Hartl versicherte nur, sie fühle sich wohl, ihre "sehr guten, engagierten, mutigen Mitarbeiter" seien sehr konstruktiv. "Ich habe keine Grundlage, um auf diese Vorwürfe eingehen zu können."</P><P> </P><P><BR> </P>

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