Amtliche Warnung vor starkem Gewitter über München - Kaltfront zieht auf Oberbayern zu

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Gerangel um Delikatessen

- Schon zu Lebzeiten hatte der 1879 in Münchenbuchsee bei Bern geborene Maler Paul Klee Ärger mit der Schweizer Hauptstadt. Nun, da sich Klees Geburtstag an diesem Samstag zum 125. Mal jährt, gibt es neuen Zwist. Der hat indes weniger mit dem Maler selbst zu tun als vielmehr mit seinem Werk: Die Berner rangeln sich um die Bilder des einst von den Nazis als entartet eingestuften Künstlers. Dabei sollte das geplante Klee-Zentrum, das ihm die Berner nun einrichten, eine Art Wiedergutmachung sein.

Klee, Sohn eines deutschen Musiklehrers und einer Schweizer Sängerin, lebte vorwiegend in Deutschland, bis er 1933 von der Düsseldorfer Akademie flog. Er siedelte wieder nach Bern über, wo sich die Schweizer aber lange weigerten, ihm die Staatsbürgerschaft zu verleihen. Als die Behörden endlich grünes Licht signalisierten, starb Klee.<BR>Das neue Zentrum Paul Klee, das im kommenden Sommer eröffnet wird, soll über rund 4000 Werke Klees verfügen. Herzstück werden die knapp 2600 Exponate der Berner Paul-Klee-Stiftung, von denen etwa 35 Gemälde bisher im Kunstmuseum Bern ausgestellt waren. Genau dies ist Ursache für den aktuellen Zwist: Das Kunstmuseum befürchtet wegen des Umzugs der Klee-Bilder den Verlust seiner bisherigen Hauptattraktion. Und die Stiftung sieht es gar nicht gern, dass sie als Teil des Klee-Zentrums ihre eigenständige Existenz zu verlieren droht. Alexander Klee, Enkel des Künstlers und Präsident der Klee-Stiftung, sprach davon, dass man einen "Delikatessenladen in einen Großverteiler einbringt". Nach bisherigem Stand der Diskussion soll das Kunstmuseum einige Klee-Werke behalten dürfen.<BR><BR>Die 1947 gegründete Stiftung zieht Anfang 2005 vom Kunstmuseum in den Neubau am Ostrand der Stadt. Ihre Sammlung umfasst neben dem malerischen und grafischen Werk Klees auch seine Skizzenbücher, ein handschriftliches Werkverzeichnis, den pädagogischen Nachlass, Manuskripte und Tagebücher. "Paul Klee war nicht nur Maler, er war auch ganz viel anderes mehr", sagt Andreas Marti, Direktor des Zentrums Paul Klee.<BR>Das Multitalent Klee galt als Zauberer der Formen, der immer wieder Neues entdecken konnte. Zur Malerei kam er über die Musik und die Literatur. Er entschied sich für die Malerei und studierte in München unter anderem bei dem Maler, Bildhauer und Grafiker Franz von Stuck.<BR><BR>Klee starb 1940 in Locarno im Tessin, wurde aber in Bern bestattet. Wie sein Werk soll nun auch seine Urne umziehen: Weil sie eine der letzten auf dem ehemaligen Friedhof ist, wird sein Grab in diesen Tagen verlegt - in die Nähe des neuen Klee-Zentrums mit seinen Bildern.

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