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Szene aus dem Germanical: Fricka (Gabi Rothmüller), Wotan (Thomas Wenke) und Alberich (r., Alexander Liegl) auf der Bühne.

Dienstag Premiere für Germanical

Im Lustspielhaus: Siegfried - Götterschweiß und Heldenblut

Die vielleicht berühmteste deutsche Sage kommt ins Lustspielhaus. Das Germanical Siegfried - Götterschweiß und Heldenblut verlangt von den Darstellern einiges ab.

München - „Gut, dass wir noch vier Wochen bis zur Premiere haben“, ruft Constanze Lindner in die Runde und schiebt das für sie so typische - leicht dreckige - Lachen hinterher. Haben sie nämlich nicht. Am Dienstag ist bereits Premiere im Lustspielhaus. Und natürlich ist noch nicht alles perfekt bei der Probe zur Wiederaufführung des kultigen Germanicals Siegfried. Wir durften dem Team bei den Proben zuschauen.

Sollen wir spoilern? Siegfried geht es am Schluss nicht so gut, Brünnhilde auch nicht. Kriemhild und Gunther so lala. Hagen und Alberich sind stinksauer, und in Walhalla herrscht wie eh und je Krisenstimmung, weil Wotan zwar mächtig, aber nicht zu helle ist.

Auf der Suche nach dem großen Geld

Und damit geht es los: Walhalla ist pleite. Wotan ist bis über beide Helmhörner verschuldet, und seiner holden Fricka geht langsam die Geduld aus. Wotans Tochter Brünnhilde soll unter die Haube kommen, damit Geld ins Haus kommt. Dazu muss aber ein Held her, weil nur ein solcher an Brünnhilde rankommt. Die sitzt nämlich in einer Waberlohe.

Was das ist? Siegfried weiß es anfänglich auch nicht, Kriemhild nicht und Gunther sowieso nicht, bis er sich die Finger daran verbrennt. Schon die Erstauflage des Germanicals 2003 war eine spaßige Angelegenheit. Auch für die neue Version ließen sich Alexander Liegl, Gabi Rothmüller und Manfred O. Tauchen viel Lustiges und Unsinniges einfallen.

Held Siegfried (Martin Frank, r.) kämpft gegen Burgunderkönig Gunther (Alexander Liegl).

Manche Darsteller in mehreren Rollen

Mit viel Spaß am Geschehen albern sich die Darsteller über die Bühne und steigen am liebsten gleich in mehrere Rollen. Liegl darf den unbedarften Burgunderkönig Gunther und den grollenden Zwergenkollegen Alberich spielen. Constanze Lindner darf Kriemhild spielen und einen anderen Zwerg. Als solcher legt sie mit Gabi Rothmüller eine heiße Sohle aufs Parkett.

Sonst ist Rothmüller auch Wotans zornige Gattin Fricka. Ihren Gemahl gibt Thomas Wenke mit hohlem Pomp, wenn er nicht in die dankbare Rolle der Brünnhilde schlüpft - ganz Marlene Dietrich.

Vierköpfige Band unterstützt die Darsteller

Gesungen wird nämlich auch. Zwei neue Stücke gibt es und besonders Martin Frank zeigte sich bei der Probe in bester Singlaune. Er darf allerdings nur eine Rolle spielen: immerhin den Helden, Siegfried, den Drachentöter. Eine vierköpfige Band unterstützt die Darsteller: Stephan Auer am Keyboard, Frank Schimann an der Gitarre, Tina Zacher am Schlagzeug und Aron Altmann am Bass. Letzterer darf noch die Schlüsselfigur des Stückes spielen: Hagen, der immer mehr zu Gollum mutiert… mehr wollen wir nicht spoilern.

Wenn die Truppe den Spaß beibehält, den sie bei der Probe an den Tag legte, darf man von einer sehr gelungenen Premiere träumen. Nur sollten die Darsteller dann selbst nicht mehr lachen, wenn Thomas Wenke im engen Etuikleid und auf High Heels hereinstakselt, das dürfen dann nur noch die Zuschauer.

Termine und Tickets

Die Neuauflage von Siegfried - Götterschweiß und Heldenblut feiert am 15. August um 20 Uhr im Lustspielhaus (Occamstraße 8) Premiere. Das Stück wird bis zum 31. August täglich aufgeführt, nur nicht am 20., 21., 27. und 28. August. Wie man munkeln hörte, soll es auch immer wieder zu Gastauftritten beliebter Kollegen kommen. Am Jahresende kommt Siegfried übrigens wieder zurück ins Lustspielhaus, und zwar von 27. bis 30. Dezember. Karten gibt es zu 25 bis 28 Euro im Internet unter www.lustspielhaus.de

Antonio Seidemann

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