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Jan Schwarz stellt stolz seinen Schmöker „Der Zwölfte Orden“ vor und schreibt schon an der Fortsetzung.

Geschichte um einen Roman-Erstling: Von der Fantasie getrieben

München - Mit elf Jahren fing Jan Schwarz an, die Geschichte in seinem Kopf zu konstruieren. Heute ist er 14 Jahre alt - und Romanautor. Stolz hält er sein erstes eigenes Buch in den Händen: Der Fantasy-Roman „Der Zwölfte Orden" hat stolze 292 Seiten.

Und der Achtklässler aus Krummennaab im Landkreis Tirschenreuth sitzt schon am zweiten Band - er plant eine Trilogie. In der Schule seien alle erstaunt, Mitschüler und Lehrer, erzählt er. Schon in der Grundschule habe er sich ständig kleine Geschichten ausgedacht. „Aber die habe ich immer verworfen.“

Die Hauptperson in Jans Welt ist der junge Alb Tyron. Eines Tages wird sein bester Freund von Menschen entführt. Tyron ist fest entschlossen, ihn zu befreien und schließt sich einer Geheimorganisation an, dem Zwölften Orden. Er macht sich auf eine lange, gefährliche Reise und gerät von einem Abenteuer ins nächste. Um den Lesern seine Idee zu veranschaulichen, hat der Schüler Karten von seiner Fantasiewelt gezeichnet. Im Buchanhang erklärt er die dort geltende Zeitrechnung, Währung und die Bedeutung von Wörtern wie „soriat“ - das heiße auf Dämonisch „eins“.

„Es ist wirklich gigantisch, was dieser Schüler für eine Fantasie hat“, sagt Verlegerin Patricia Knorr-Triebe. Die Geschichte habe sie sofort in ihren Bann gezogen. Mit ihrem kleinen Best-off-Verlag habe sie Jan unterstützen wollen. Auch die übrigen Teile der geplanten Trilogie werde sie gern herausgeben. Lektoriert worden sei das Buch nicht. Der Generalsekretär der Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland, Herbert Wiesner, sieht das kritisch. Die eigentliche Aufgabe eines Verlages sei es nicht, Bücher herauszugeben, sondern sie zu lektorieren, sagt er. Kleine Verlage böten oft nicht den Service wie große. Jans Leistung wolle er aber nicht herabwürdigen. Es sei erstaunlich, dass ein Jugendlicher über so eine lange Zeit die Konzentration und den Fleiß aufbringe, ein Buch zu schreiben.

Jans Mutter Christine Schwarz wollte nicht auf einen großen Verlag warten. Ihr habe gefallen, dass es mit Verlegerin Knorr-Triebe so unkompliziert gewesen sei. Während andere Kinder vor dem Fernseher säßen, hocke ihr Sohn vor seinem Laptop und tippe. Ihr ist anzusehen, wie stolz sie auf Jan ist. Sie habe nie Angst gehabt, dass er zu tief in seine Fantasiewelt eintauche. Schließlich sei er immer ein guter Schüler gewesen und habe vorm Schreiben stets seine Hausaufgaben erledigt. „Er ist sehr realistisch“, erzählt sie.

Schaffenskrisen kennt der junge Autor aus der Oberpfalz aber auch. Nach etwa 100 Seiten sei er sich plötzlich nicht mehr sicher gewesen, ob er weitermachen solle, erinnert sich der Junge mit den etwas längeren dunkelbraunen Haaren. Da habe ihm seine Mutter seine eigene Geschichte vorgelesen - und ihn auf diese Weise wieder von seiner Idee begeistert. „Die Mama hat mich gerettet“, sagt er. An manchen Tagen schreibt Jan bloß eine Seite, an anderen ein ganzes Kapitel. Er wisse immer, wie es weitergehe - schließlich sei die ganze Geschichte in seinem Kopf schon fertig gewesen, bevor er angefangen habe, sie aufzuschreiben.

An den Details feile er, wann immer Zeit sei, etwa im Bus oder vorm Einschlafen. Die letzten 50 Seiten habe er innerhalb von zwei Wochen geschrieben. „Ich bin immer schneller geworden, weil ich gemerkt hab’: Das Ende naht“, sagt Jan. In einem Jahr soll der zweite Band fertig sein. Der werde auf jeden Fall länger sein als der erste. Etwa 100 Seiten stehen schon. „Ich will mich jetzt aber nicht zu sehr stressen“, meint Jan Schwarz. Die Schule gehe vor.

Christine Cornelius

Jan Schwarz:

„Der Zwölfte Orden“. Best-off-Verlag, Regensburg, 292 Seiten; 18,90 Euro.

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Landwehrstraße 17

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