Der Geschmeidigste seiner Generation

- Eine gezielte, steile Karriere. Matthias Hartmann, derzeit Intendant des Zürcher Schauspielhauses, wird Chef des Wiener Burgtheaters. Der Gipfel aller deutschsprachigen Theater also wäre erreicht; wenn der in Osnabrück geborene 43-Jährige im Herbst 2009 sein neues Amt antritt, bleibt als nächste Herausforderung nur noch, sich in der eisigen Höhe von Österreichs Nationaltheater auch dauerhaft zu halten.

Andernfalls müsste der Geschmeidigste, um nicht zu sagen Glatteste, unter den Intendanten der jüngeren Generation sich vielleicht nach einem Opernhaus umsehen. Wie es zum Beispiel der derzeitige Burgtheaterleiter und Hartmann-Vorgänger Klaus Bachler getan hat. Der nämlich wird bekanntlich ab der Spielzeit 2008/ 09 Intendant der Bayerischen Staatsoper.

Matthias Hartmann war ein Zögling von Eberhard Witt. Der frühere Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels hatte ihn von Hannover mit nach München gebracht. Unter seinen Jung-Regisseuren war Hartmann der begabteste. Dennoch waren diese Münchner Jahre für ihn mehr eine Zeit des munteren Drauflos-Inszenierens und der Beliebigkeit als der künstlerischen Nachhaltigkeit.

Seine Intendanten-Laufbahn startete Matthias Hartmann am Bochumer Theater, das er sehr erfolgreich von 2000 bis 2005 leitete. Vor einem Jahr wechselte er als Nachfolger Christoph Marthalers an die Zürcher Bühne. Die nun wird er eine Saison vor Ende seines Vertrages zugunsten Wiens verlassen.

Hartmann hatte seit 1995 mehrfach am Burgtheater inszeniert und hier den Jubel sowie das Buhgeschrei des Wiener Publikums kennengelernt. Heute sagt er über seine zukünftige Wirkungsstätte: "Das ist ein Respekt einflößender Koloss, dem man sich mit Leib und Seele, mit allen Kräften zur Verfügung stellen muss." Aus seiner Freude über die Berufung macht Hartmann keinen Hehl: "Für mich ist es das interessanteste Theater der ganzen Welt. Die Einzigartigkeit des Burgtheaters ist für mich eine Lebensperspektive."

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