Ba Jin mit 100 gestorben

- Peking - Der Schriftsteller Ba Jin, der zu den wichtigsten chinesischen Autoren des 20. Jahrhunderts gehört, ist tot. Der große Meister der chinesischen Literatur starb am Montag im Alter von 100 Jahren in einem Krankenhaus in Schanghai, wie amtliche Medien am Dienstag berichteten. Ba Jin litt seit längerem an Parkinson, Krebs und anderen Krankheiten. Neben Lu Xun, Mao Dun und Hu Shih und Lao She gehörte Ba Jin zu den meistgelesenen Autoren Chinas. Wegen seines Ruhmes galt er auch als Anwärter für einen Literaturnobelpreis.

Als Liu Fangan wurde er 1904 in Chengdu in der Provinz Sichuan geboren, ging 1926 zum Studium nach Frankreich und nahm das Pseudonym Ba Jin an. Er wählte eine Kombination der Namen der beiden russischen Anarchisten Michail Bakunin und Pjotr Kropotkin, wie es in Fachkreisen heißt. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua schrieb allerdings, er habe den Namen Ba von einem Kommilitonen in Frankreich angenommen, der aus Verachtung für die Welt Selbstmord begangen habe. Ba Jin beeinflusste den Aufbruch Chinas zu Anfang des Jahrhunderts und beeinflusste Generationen von Schriftstellern.

Er beschrieb die Probleme der Gesellschaft und Familie im vorrevolutionären China, was später den Kommunisten gefiel. Nach der Gründung der Volksrepublik 1949 gehörte der Autor dem Nationalen Volkskongress an. In der Kulturrevolution (1966-1976) wurde Ba Jin aber wie viele Intellektuelle als Konterrevolutionär verfolgt und landete im Arbeitslager. In der Zeit starb seine Frau 1972, weil ihr medizinische Behandlung verweigert wurde. 1977 wurde Ba Jin wieder rehabilitiert, wandte sich aber gegen die kommunistische Führung und forderte vergeblich ein Museum für die Opfer der Kulturrevolution.

Die Staatsagentur Xinhua würdigte Ba Jin als "einen der größten kulturellen Meister des modernen Chinas" sowie als herausragenden Schriftsteller und Herausgeber. Zu seinen bekanntesten Werken gehört seine Romantrilogie Jia, Chun und Qiu - Familie, Frühjahr und Herbst. Sein literarisches Werk wurde von französischen und russischen Romanen beeinflusst, war von Subjektivität und Romantik geprägt, erschien später aber kritisch und realistisch. Ein Asteroid, den chinesische Wissenschaftler entdeckten, wurde nach Ba Jin benannt. Obwohl er am 25. November 1904 geboren ist, gab Xinhua sein Alter mit 101 an, da in China traditionell ein Jahr mehr gerechnet wird.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mega-Cooler Kultseniorenabend! Neil Diamond in der Oly-Halle
Kontrastprogramm zur Wiesn: Am Donnerstagabend hat Neil Diamond die Olympiahalle mit seiner Coolness beehrt. Eine Kritik.
Mega-Cooler Kultseniorenabend! Neil Diamond in der Oly-Halle
Der Mut-Lacher
Mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ gelang Philippe de Chauveron ein Riesenerfolg. Nun setzt de Chauveron einen drauf: In „Hereinspaziert!“ übernimmt Christian …
Der Mut-Lacher
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Sting hat in seinem Musikerleben Songs geschrieben, die heute noch so gut funktionieren wie 1983 oder 1995. Davon macht er in der Olympiahalle Gebrauch - und seine Fans …
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Das Münchner Lenbachhaus zeigt in der Ausstellung „Normalzustand“ deutsche Undergroundfilme, die zwischen 1979 und den frühen Neunzigerjahren entstanden sind. 
Im Lenbachhaus geht der Punk ab

Kommentare