Feuer in Rosenheim: Container brennen lichterloh

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Jobsuche à la Kafka: Szene mit Çiǧdem Teke. 

Gestrandet auf der Rätsel-Ranch

München - Sprech-Pingpong mit einem Anflug von Parodie: „Country Kitchen“ im Werkraum der Münchner Kammerspiele.

Sich an Jim Jarmuschs (Anti-)Western „Dead Man“ von 1995 heranzutrauen, in dem auch etwas von Kafkas Romanfragment „Das Schloss“ steckt – ganz schön mutig. Aber die Reihe „Laboratorium“ der Münchner Kammerspiele soll ja Wagnis und Ausprobieren möglich machen. Und wie immer man das nennt, was Regieassistent Erik de Quero mit Dramaturg Matthias Günther als „Country Kitchen“ auf die Werkraum-Bühne bringt – es hat eine professionell spielerische Intensität. Vorweg: Orts- und Personen-Namen sind geborgt aus dem Film und aus dem realen Leben des für Jarmusch komponierenden Rockmusikers Neil Young.

Da landet also der jobsuchende Toningenieur Bill Blake – rockig gestylt mit Langhaarperücke und obenrum ein weißes Zottelpelzchen – bei einem nur mit metallenem Aufriss angedeuteten Haus, das sich mit Leuchtreklame als „Country Kitchen“ ausweist. Und wird sofort, ähnlich wie Jarmuschs Buchhalter und Kafkas Landvermesser, von zwei Gehilfen und einem lockenden Girlie in die Hinhalte-Mangel genommen: Der große Boss der „Broken Arrow Ranch“ ist nicht zu sprechen. Die Stelle sei ohnehin vergeben. Dann doch überraschend ihm zugesprochen. Gleich darauf, schon wieder Kehrtwende, ist sie mit einem der Gehilfen besetzt.

De Quero (inhaltlich näher an Kafka als an Jarmusch) hat die Geschichte, klug verschlichtend, als Spielmöglichkeiten für seine vier jungen Darsteller eingerichtet. Und wie Merlin Sandmeyer, Çiǧdem Teke, Christian Löber und Irina Sulaver auf diesem Terrain der Verunsicherung, der Verrätselung ihr Sprech-Pingpong veranstalten, wie sie in wendiger Körperlichkeit zwischen (Liebes-)Versprechen und Widerruf jonglieren, wie sie Jarmuschs/Kafkas Thema des Nie-Ankommens gerade nur einen Anflug von Parodie geben, das macht den ironischen Charme dieses Abends aus. Mit den immer mal wieder anklingenden Motiven aus unter anderem Neil Youngs „Dead Man“-Soundtrack (Christian Löber an der Gitarre) ist es ein „junger“ Abend – durchaus sehenswert auch für die ältere Generation.

Malve Gradinger

Weitere Vorstellungen

23. 5. und 23. 6.,

Telefon 089/ 23 39 66 00.

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