Giganten der Malerei

- Zu allen Zeiten waren die Künstler verliebt in schöne Frauen, aber in der Renaissance liebten sie auch die Architektur: jenes Gebilde aus Menschenhand, das nur mühsam Wirklichkeit wird, das man aber als Maler in fantastischen Ausformungen und doch so viel leichter zu erschaffen vermag. Jan Gossaert (gen. Mabuse) hat beides in seinem Gemälde "Danae" zusammengebracht.

Und gleich auch noch mit antiker Bildung geprotzt, wobei die ihm zu seinem raffiniert erotischen Motiv verhalf. Denn Gossaert malt einen Geschlechtsakt. Zeus "vernascht" gerade in Gestalt eines Goldregens die eingesperrte Königstochter Danae und zeugt mit ihr Perseus.

Im Hatje Cantz Verlag sind jetzt die zwei ersten Publikumsbände zu Münchens Alter Pinakothek erschienen. Fünf sind geplant. Sie sollen die rund 700 im Haus gezeigten Werke in handlicher Form, mit vielen Fotos ­ auch im Detail ­ und mit knappen Informationen dem Betrachter näher bringen. "Danae" ist in "Altdeutsche und altniederländische Malerei" zu finden neben Giganten wie Altdorfer, Dürer, Grünewald, Memling oder van der Weyden. Die AP beherbergt den weltweit reichsten Bestand an altdeutscher Malerei.

Riesig ist auch der Besitz, den der andere Band repräsentiert: "Holländische und deutsche Malerei des 17. Jahrhunderts". Da darf natürlich Rembrandt nicht fehlen ebenso wie Frans Hals oder Adam Elsheimer.

"Altdeutsche und altniederländische Malerei. Alte Pinakothek". "Holländische und deutsche Malerei des 17. Jahrhunderts. Alte Pinakothek". Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, 392 bzw. 314 Seiten; je 29,80 Euro.

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