Gipfeltreffen

- Unter dem Motto "Exzeptionelle Schubertiade der Meister" trafen sich im Münchner Herkulessaal drei gefeierte Musiker der internationalen Klassikszene, um sich fernab vom Solistenstolz einzig auf Franz Schubert zu konzentrieren: der Pianist Christian Zacharias, der Geiger Frank-Peter Zimmermann und Cellist Heinrich Schiff. Zu diesem Gipfeltreffen haben sich die drei zwei Spätwerke des Wiener Meisters ausgesucht, die als Höhepunkt der Trioliteratur gelten: das Klaviertrio Nr. 1, B-Dur, op. 99, D 898 und das Klaviertrio Nr. 2, Es-Dur, op. 100, D 929.

Schönheit und Expressivität, eine Mischung aus wunderbar inspirierter Melodik und teils wienerischer Depression sind zweifellos beiden Werken zu eigen. Die Vereinigung der Herren Zacharias, Zimmermann und Schiff hingegen verfügt zweifellos über hohe Musikalität und virtuose Technik, präsentierte sich jedoch mit sehr unterschiedlichem Temperament. In dem melodienseligen, überraschungsreichen und durchaus fröhlicheren B-Dur-Trio beeindruckte vor allem der wohlige Zusammenklang der beiden Streichinstrumente.

Im Gegensatz zu Zacharias, der hier weitgehend als diskreter Klavierbegleiter agierte, schienen Zimmermann mit seinem wunderbaren, teils leicht ätherischen Geigenton und Schiff mit der sonoren Klangschönheit seines Cellos immer im Blickkontakt und Dialog.

Erstaunlich das deutlich leidenschaftlichere gemeinsame Aufleben im Es-Dur Trio, in das sich hier nun auch schwungvoll-energisch das Klavier einmischte und Zacharias selbst emotional stärker beteiligt schien.

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