Mann sticht mehrere Menschen in Finnland nieder

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Glanz und Abgründe

- Bei Schostakowitsch waren sie endlich in ihrem Element: Mariss Jansons und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die in der Philharmonie am Gasteig ihre Konzertsaison eröffneten. Jansons kennt "seinen" Schostakowitsch, weiß um die Abgründe in dessen symphonischen Werken, zu deren zuweilen "vordergründigem", orchestralem Glanz er immer auch die Schattenseite präsentiert.

So auch jetzt in der fünften Symphonie in d-moll, die er mit seinem Top-Orchester (fulminantes Blech) zu einem packenden Erlebnis machte. Hochspannung schon im ersten Satz mit der furiosen Steigerung und dem martialischen, alles niedertrampelnden Marsch. Rhythmisch prägnant, outete Jansons das Scherzo in seiner (Holzbläser-)Bizarrerie als immer ein wenig zu laut, zu drastisch, um echte Fröhlichkeit zu verbreiten. In der fahlen Gebrochenheit des Largo steigerten sich die Streicher in geradezu schmerzliche Intensität, hielt die Spannung bis ins äußerste Pianissimo.

Auch das mit Marsch-Reminiszenzen durchwirkte Finale baute Jansons mit sicherem Gespür für die Proportionen, wandte es in den fast zwanghaft anmutenden Dur-Schluss, den die knallharten Schläge der Pauke wiederum entlarvten. Begeisterte Bravo-Rufe für Dirigent und Orchester, das seinem Chef ebenfalls dankbar applaudierte.

Gegenüber dieser aufwühlenden Schostakowitsch-Interpretation gerieten die beiden vorangegangenen Werke rasch in Vergessenheit: Beethovens, vom BR-Chor (Einstudierung: Peter Dijkstra) souverän gesungene Goethe-Vertonung "Meeresstille und glückliche Fahrt", die in der orchestralen Kontrastierung fast ein bisschen zu manieriert wirkte, und Sibelius' Violinkonzert. Die 18-jährige Engländerin Chloë¨ Hanslip fegte es in all seiner Virtuosität kraftvoll und zupackend hin und setzte mit jugendlichem Übermut auf den Turbo-Effekt. Man darf gespannt sein, wie sie in einigen Jahren Musik machen wird.

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