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Göttin des Schwerts und des Schweins

- Der Name stammt aus Norwegen. "Jördis" ist altnordisch und bedeutet so viel wie "die Göttin des Schwerts". "Meine Eltern haben ihn in einem Namenslexikon gefunden", erklärt die Schauspielerin Jördis Triebel. "Als Kind fand ich den Namen schrecklich, weil alle immer nachgefragt haben. Ich wollte auch Jacqueline, Chantal oder Denise heißen - so wie alle anderen Mädchen meines Alters damals." Da, wo Triebel herstammt, aus Ost-Berlin, hießen die Kindern damals gerne so. Die Neigung zum Theater lag Jördis schon im Blut.

"Meine Mutter stammt aus der Branche und hatte auch viele Freunde aus der Kunstszene rund um den Prenzlauer Berg und von Hiddensee. Als Kind war ich oft bei den Theaterproben dabei, und ich wusste schon sehr früh, dass ich Schauspielerin werden wollte."

Gereizt hat die 28-Jährige die Vorstellung, "dass man am Theater alles darf". "Meine Mutter war Requisiteurin an einer Jugendbühne namens Karussell-Theater, dem ehemaligen ,Theater der Freundschaft’, und dort habe ich Erwachsene gesehen, die sich vor ihrem jungen Publikum so richtig zum Hampelmann gemacht haben und einfach alles ausprobieren konnten." Die kleine Jördis saß im Zuschauerraum und träumte davon, endlich ein Teil dieser Welt zu werden. "Man muss sich nicht gut benehmen, es gibt kein Richtig oder Falsch. Das war sicherlich der Hauptgrund, weswegen ich unbedingt zum Theater wollte."

Die tschechischen Märchenfilme im Kinderprogramm hat sie alle gesehen, und anschließend stand fest: "Ich will auch einmal die Prinzessin oder die böse Hexe sein. Das war eigentlich ein unheimlich naiver Zugang, aber er war letztlich die Antriebsfeder für alles, was danach kam." Der Weg auf die Bühne verlief dementsprechend geradlinig, wenn auch mit einer kleinen Warteschleife: An der renommierten Schauspielschule Ernst Busch wird Jördis Triebel zuerst einmal abgelehnt. Sie ist gerade siebzehn Jahre alt, und die Prüfer raten ihr, erst ein wenig das Leben kennenzulernen. Beim zweiten Anlauf geht dann alles glatt, Jördis ergattert einen der begehrten Studienplätze. "Das hatte ich auch gehofft. Ich war schon als Schülerin oft bei Vorführungen der Schauspielschüler, und mir war immer klar: Da will ich hin und nur da hin. Und wenn ich etwas unbedingt will, dann setze ich auch alles daran, dass ich es bekomme."

Nach der Schule gibt's das erste Engagement in Bremen, bis vor kurzem war Jördis Triebel Gastmitglied in Zürich. Ausschließlich das Theater bestimmte bisher ihre Laufbahn als Schauspielerin. Ihr erster Kinofilm, in dem sie gleich die Titelrolle spielt, ist "Emmas Glück" von Sven Taddicken. Für diesen Part ist sie gestern auf dem Filmfest München mit dem Förderpreis Deutscher Film als beste Darstellerin ausgezeichnet worden.

Die junge Emma lebt als Schweinezüchterin alleine auf einem heruntergekommenen Bauernhof in der tiefsten Provinz. Die plötzliche Ankunft eines geheimnisumwitterten Stadtmenschen (Jürgen Vogel) bringt Bewegung in ihr betulich dahinplätscherndes Dasein. Die Dreharbeiten im Bergischen Land waren für die frisch gebackene Filmschauspielerin eine spannende Erfahrung: "Beim Theater arbeiten viele Menschen an einem gemeinsamen Projekt. Aber erst ganz zum Schluss werden alle Komponenten von Kostüm bis Maske und Requisite zusammengefügt. Beim Film arbeiten auch alle an einem gemeinsamen Projekt, aber alle gleichzeitig."

Das Schwierigste bei den Dreharbeiten waren jedoch die Anfangsszenen mit einem Schwein: "So ein Tier arbeitet nicht nach der Uhr, sondern macht, was es will. Und das Schwein hatte nun einmal vier Stunden lang absolut keine Lust, sich, wie gefordert, hinzulegen, sondern rannte lustig auf dem Hof herum, weil es offensichtlich gespürt hat, dass es gerade richtig im Mittepunkt steht. Da hockte dann eben das ganze Team vier Stunden lang in der Mittagshitze herum, bis das Schwein endlich müde war."

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