Götz Alsmann entführte seine Zuhörer im Prinzregententheater nach Paris – in die Stadt der Liebe und der Chansons.

Ein exquisiter Abend

München - Götz Alsmann präsentierte mit Band die CD „In Paris“ im Münchner Prinzregententheater - stilvoll und exquisit. Hier die Kritik:

Was für eine Freude war es, diesen fünf Herren bei ihrer Arbeit zusehen zu dürfen! Klar, Götz Alsmann und seine Bandmitglieder sind nicht mehr die Jüngsten, nicht mehr die Spritzigsten. Doch wenn der 55-Jährige, bekannt aus der etwas anderen WDR-Talkshow „Zimmer frei“, unter dem Titel „In Paris“ seine Chansons der Dreißiger- bis Sechzigerjahre in deutscher Sprache präsentiert, dann wird es im fast ausverkauften Münchner Prinzregententheater eine Zeremonie – exquisit und selbstredend stilvoll in fast (!) allen Belangen.

Schließlich kultiviert Alsmann nicht nur seine Haartolle. Auch die babyblauen Jacketts wurden mehrfach stolz dem Publikum vorgeführt. Die fünf also hatten ihren Schulbuben-Spaß, veräppelten sich mit Lust und Leidenschaft. Immer taktvoll, immer geschmackvoll. Natürlich war das alles arrangiert und aufeinander abgestimmt. Perfektionismus ist Götz Alsmanns Markenzeichen. Doch diese Mätzchen holten die Zuschauer immer sanft zurück in die Wirklichkeit, hing man doch zu gerne den Gedanken, Träumen und Sehnsüchten nach – bei dieser Musik! Vor dem geistigen Auge bauten die fünf die Goldene Zeit des Chansons auf, inklusive Stadtbummel zum Montmartre, Kronleuchtern, Zigaretten-Qualm, Serge Gainsbourg und l’Amour pur.

Den Klassikern von Charles Aznavour, Gilbert Bécaud oder Yves Montand verpasste er mehr Tempo und weniger Pathos, servierte sie leicht bekömmlich und in Häppchen. Und so war es für Götz Alsmann ein Leichtes, seine willigen Zuhörer mal mit seiner rauchigen, melancholischen Stimme und mal mit seinem dreckigen Lachen einzulullen. Dazu sein Charme, sein Tänzeln zum Klavier und Altfrid Maria Sicking am Vibraphon. Nur eines fehlte für einen rundum gelungenen Abend: ein Gläschen Whiskey in der Hand.

Angelika Mayr

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