Goppels Mann: Ulrich Peters wird Gärtnerplatz-Intendant

- Aus für Klaus Schultz als Intendant des Münchner Gärtnerplatztheaters. Ab der Spielzeit 2007/ 08 übernimmt Ulrich Peters für fünf Jahre die Leitung des zweiten staatlichen Musiktheaters in München. Gestern folgte der Ministerrat dem Vorschlag von Kunstminister Thomas Goppel, Peters zum zukünftigen Intendanten des Staatstheaters zu machen.

Ulrich Peters ist derzeit Chef des Mehrsparten-Stadttheaters Augsburg, das er nun zugunsten von München zwei Jahre früher verlassen wird, als es sein Vertrag vorsieht. Goppels Begründung für die Wahl von Peters:

Er sei "ein in der Fachwelt angesehener, erfahrener Theaterleiter und bringt alle Eigenschaften für seine neue Aufgabe mit: Er ist als Schauspielregisseur ebenso ausgewiesen wie als Musiktheaterfachmann. Vor allem ist er ein frischer, engagierter, innovativer Theaterleiter, der sehr gut zum Gärtnerplatztheater passt."

Der in Stuttgart geborene Peters (50) hat in München Literatur-, Theater- und Musikwissenschaft studiert, kombiniert mit Betriebswirtschaft. Er promovierte über die Barockoper auf der modernen Opernbühne. Sein erstes Engagement führte ihn nach Freiburg. Bei Zwischenstationen in Genf und Brüssel sammelte er Erfahrungen bei Regisseuren wie Luc Bondy und Karl-Ernst Herrmann.

Dann kam er über Bremen, Kaiserslautern und Karlsruhe, wo er sich jeweils als Opernregisseur hervortat, 1999 als Intendant nach Augsburg. Von dort werden allerlei Erfolge finanzieller Art gemeldet, vor allem hinsichtlich der Zuschauerzahlen, die er von 160 000 auf 250 000 steigern konnte. (Um diese Zahl richtig einschätzen zu können, ein Vergleich: Dieter Dorns Bayerisches Staatsschauspiel hatte in der Spielzeit 2002/03 230 000 Zuschauer.) Der Wechsel von Schultz auf Peters hinterlässt einige Narben, vor allem bei Klaus Schultz, der das Gärtnerplatztheater seit 1996 leitet und der seinen Vertrag gerne noch einmal um zwei Jahre - bis 2009 - verlängert hätte.

Die gestrige Entscheidung des Ministerrats will er nicht kommentieren. Narben aber auch bei seinem Ensemble, das sich mit einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten für eine Bleiben von Schultz ausgesprochen hatte. Vergeblich.

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