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Zwei Künstler im Himmel: Loomit (li.) und Won ABC im Steiger vor ihrem Werk.

Streetart-Projekt offiziell vorgestellt

Graffiti-Aktion am Pressehaus: Eine Wand für den Widerstand

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Die Graffiti-Künstler Loomit und Won ABC stellten am Münchner Pressehaus ihr Georg-Elser-Gemälde vor.

München – Noch ist das Zentrum des 22 Meter hohen Bildes leer – doch man ahnt bereits, wie das Wandgemälde aussehen wird, das an den NS-Widerstandskämpfer Georg Elser (1903-1945) erinnern soll: Während oben, auf der Höhe des sechsten Stocks des Hauses an der Bayerstraße 69 der Name jenes Mannes zu lesen ist, der mit einer Bombe am 8. November 1939 ein Attentat auf Hitler verübte, sind auf Ebene des Erdgeschosses die Trümmer des Bürgerbräukellers zu sehen. Aus ihnen erheben sich Figuren, die aus Märchen und Popkultur bekannt sind – allesamt Kämpfer für Freiheit und gegen Unterdrückung: Robin Hood und Zorro etwa, aber auch Daniel Düsentrieb, Walt Disneys genialer Erfinder und Tüftler. „Schließlich war Elser Kunstschreiner!“, sagt Won ABC.

Ihre Skizze (li.) ist in wasserdichte Folie gepackt, damit sie bei Regen keinen Schaden nimmt.

Der international bekannte Graffiti-Künstler und Comicautor steht im Hof des Münchner Pressehauses von „Münchner Merkur“ und „tz“ und erklärt Medienvertretern das Wandgemälde, an dem er seit einer Woche zusammen mit Loomit arbeitet, der in der Streetart-Szene einen ebenso guten Ruf hat.

Won ABC, der heuer 50 wird, beschäftigt sich seit zehn Jahren immer wieder auch künstlerisch mit Elser und der Tatsache, dass dieser – obwohl er der Erste war, der Hitler stoppen wollte – nach wie vor relativ unbekannt ist. Dass er ihm nun ein tatsächlich haushohes Denkmal setzen kann, liegt an Rudolf Bögel. Der „tz“-Chefredakteur ist begeistert von Streetart. Er weiß aber auch, wie schwer es für Künstler ist, legal an geeignete Flächen zu kommen. Aus seinem Büro blickt er auf eine – doch die gehört der Stadtsparkasse. Dort stellte Bögel die Idee vor („Wir haben eine tolle Aktion – ihr die passende Wand!“) und stieß auf Zustimmung.

Am Freitag stellten (unten, v. li.) Stadtsparkassen-Sprecher Joachim Fröhler, Won ABC, „tz“-Chefredakteur Rudolf Bögel, Loomit und Astrid Weindl (Färberei) die Idee zum Georg-Elser-Graffito vor.

„Wir können stolz sein, dass es nach dem Krieg gelungen ist, in Deutschland eine liberale Bürgergesellschaft aufzubauen, wie Elser sie sich erhofft hatte“, erklärt Joachim Fröhler, Sprecher der Stadtsparkasse: „Wir sind die Bank der Bürger. Daher ist es für uns eine ehrenvolle Pflicht, Georg Elser ein Denkmal zu setzen.“ Dieses wird in etwas mehr als einer Woche fertig sein. „Wenn ich Loomit und Won ABC nicht mehr bei uns im Hof sehe, wird mir was fehlen. Aber wir finden danach eine neue Wand“, verspricht Bögel.

Unsere Streetart-Webcam: 

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