Grammy-Verleihung in Los Angeles

- Los Angeles - Überraschung bei den Grammys: Die Popveteranen von U2 haben bei der Verleihung der wichtigsten US-Musikpreise abgeräumt. Die vor 30 Jahren gegründete irische Band um Frontmann Bono gewann in der Nacht zum Donnerstag in Los Angeles gleich fünf der Trophäen, darunter in den Hauptkategorien. Die Favoriten Mariah Carey und Kanye West dagegen hatten das Nachsehen.

Während "How To Dismantle An Atomic Bomb" von U2 zum Album und Rockalbum des Jahres gekürt wurde, gewann "Sometimes You Can/t Make It On Your Own" in der Kategorie "Song des Jahres". "Das ist wirklich ein großer, großer Abend für unsere Band", sagte Leadsänger Bono. "Wenn ihr nun glaubt, dass uns das zu Kopf steigt - dafür ist es zu spät." In zwei Jahrzehnten hat die Gruppe 22 Grammys eingesammelt. "U2s Ausbeute ist völlig verdient", urteilte am Donnerstag die Zeitung "USA Today".

Die acht Mal nominierte Carey, die im vergangenen Jahr mit ihrem Album "The Emancipation of Mimi" ein spektakuläres Comeback geschafft hatte, gewann zwar drei Grammys, aber alle in zweitrangigen Kategorien. So ging der Preis für die beste Popsängerin an Kelly Clarkson, Gewinnerin der ersten Staffel von "American Idol", der USVariante von "Deutschland sucht den Superstar". Mit "Breakaway" sicherte sich Clarkson auch den Grammy für das beste Popalbum. Carey bekam von Bono immerhin einige aufmunternde Worte mit auf den Weg: "Du singst wie ein Engel."

Auch der Rapper Kanye West ("Gold Digger") ging enttäuscht nach Hause. Zwar gewann er drei Grammys in der Rap-Sparte, doch mit acht Nominierungen hatte er auf mehr gehofft. So verlor er in der Kategorie "Aufnahme/Single des Jahres" gegen die Punkrock-Band Green Day ("Boulevard Of Broken Dreams"). West hatte zuvor mehrmals erklärt, in dieser Kategorie könne nur sein Lied siegen. Der von ihm entdeckte John Legend (27) wurde zum Nachwuchskünstler des Jahres ausgerufen. Bester Popsänger wurde Stevie Wonder.

In der Kategorie für den besten Metal-Rock hatte die deutsche Gruppe Rammstein mit "Mein Teil" das Nachsehen gegenüber Slipknot mit "Before I Forget". Auch die Band Kraftwerk konnte sich beim besten Dance-Album nicht durchsetzen. Der zwei Mal nominierte deutsche Komponist Chris Walden ging ebenfalls leer aus. Dafür hatten die Deutschen in der Klassik-Sparte Erfolg: Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und der Bass-Bariton Thomas Quasthoff gewannen Preise. Für Quasthoff war es bereits die dritte Grammy-Auszeichnung. Der in Hildesheim geborene Sänger sagte der dpa: "Der Grammy gilt ja als Oscar der Musikbranche, und drei Oscars im Leben zu bekommen, das freut mich natürlich."

Madonna, die nicht nominiert war, trat zusammen mit der computeranimierten Zeichentrick-Band Gorillaz auf. Noch ungewöhnlicher war eine Einlage von Paul McCartney: Der 63-Jährige sang mit dem Rapper Jay-Z und der Rockband Linkin Park "Yesterday".

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