Laster stößt in Schongau mit Zug zusammen - Mehrere Verletzte

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Grantelnde Zeitreise

- Bayerns Hauptstadt muss offenbar in spießig-bieriger Behäbigkeit stets schon die Liddeckel vor kultureller Zuwanderung runtergeklappt haben. Um diese Kleinkariertheit mal revuemäßig aufzublättern, haben sich jetzt drei unheimlich viel Arbeit gemacht: Wolfgang Sréter (Buch), Rudolf Gregor Knabl (Untermalungsmusik) und Martin Politowski (Regie). Am meisten abgestrampelt haben sich die sechs Darsteller in 44 Rollen. Und warum hob`s dann (im Theaterzelt "Das Schloss") doch nicht ab in angepeilten satirisch gepfefferten Münchner Revue-Himmel?

Weil`s einfach z` vui war, was die drei Theatermacher da reingepresst haben, in dieses "Kein Platz für den Maestro". Im Tempo (und auch im Knabl-Schauspiel-Sound) so schwerfällig wie das just hier als derartig gescholtene Münchner Gemüt. Mit Dichtern, (Frei-)Denkern, Künstlern, Kurtisanen wohl auch zu disparat in der Sache. Oder zu marginal, zu wischi-waschi nur erwischt ihre Problematik. Oder auch zu abgespielt, wie Ludwigs I. aus züchtigem Bayernland verjagte schöne Lola. <BR><BR>Da stöckeln also, trippeln, trällern, fotomodellen, musical-en, Opern-parodieren, volks-theatern, kabaretteln, bretteln und schmonzetteln Marion Niederländer, Bruno Hetzendorfer, Manfred Keller und Robert Spitz in folgenden Figuren-Partikeln: hierorts von kurfürstlicher Seite borniert verschmähter Salzburger Jung-Maestro Mozart, flüchtiger Casanova, Jean Paul, Erich Mühsam, Reventlow-Bohémienne, Joseph Beuys, Spezl-Spezialist Josef Anton Ruederer, Mönche, Straßensänger, Permaneders, Hessreiters, Zensoren mit ET-Lauschohren (Monica Felgendrehers witzige Kostümfundus-Kombinationen), usw., usw. <BR><BR>Schad is`, denn manch einer Szene schaut man schon gern zu. Und ein richtiges Mitleid hat man mit Johanna Bittenbinder und Sepp Schauer, die wegen eines ominösen herrenlosen Koffers, dessen anzunehmen sie sich zur Aufgabe - per Regie - machen müssen, unentwegt bairisch ehegrantelnd auf diese Zeitreise gezwungen werden. Sie halten sich hervorragend - auch wenn sie diese "München-Revue" nicht wirklich zusammenhalten.<BR><BR>Tel. 089/ 300 30 13. <BR>

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