Von Grass bis Walser: Intellektuelle für Schröders Irak-Kurs

- Hamburg - In einer ungewöhnlichen Solidaritätsaktion haben prominente deutsche Intellektuelle und Künstler - von Günter Grass bis Martin Walser - Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Irak-Frage unterstützt. In ihrer Erklärung wird ein Krieg gegen den Irak abgelehnt. "Die Gründe, aus denen dieser Krieg geführt werden soll, sind uns nicht einsichtig", heißt es in dem von dem Publizisten Manfred Bissinger als Mitunterzeichner veröffentlichten Text. Durch einen Krieg drohe "tausendfacher Tod von Unschuldigen" und "eine Radikalisierung der islamischen Welt".

<P>Zu den 19 Unterzeichnern gehören neben dem Literaturnobelpreisträger Günter Grass der Schriftsteller und Friedenspreisträger Martin Walser sowie die Autoren-Kollegen Volker Braun, Peter Härtling und Ingo Schulze. Auch der Philosoph Peter Sloterdijk, PEN-Präsident Johano Strasser, der Vorsitzende des Deutschen Schriftstellerverbandes Fred Breinersdorfer, der Rockmusiker Marius Müller-Westernhagen, der Präsident des Deutschen Bühnenvereins Jürgen Flimm sowie der Theologe und Friedenspreisträger Friedrich Schorlemmer unterstützen die Bundesregierung.</P><P>Schröder habe es als erster europäischer Regierungschef auf sich genommen, vor einem Irak-Krieg zu warnen, was ihm zahlreiche Diffamierungen und den Vorwurf des Antiamerikanismus eingebracht habe. "Dieser Kritik möchten wir entgegentreten", schreiben die Unterzeichner. Der Vorwurf des Antiamerikanismus sei töricht, weil Kritik am politischen Verhalten eines Partners keine Verletzung der Beziehungen, sondern Voraussetzung für eine fundierte Freundschaft sei. "Zudem wissen wir uns als Deutsche in einer besonderen Verantwortung für den Bestand der Werte, die unsere demokratische Gesellschaften ausmachen", endet die Erklärung.</P><P>Die Idee zu der Solidaritätsadresse entstand, wie Bissinger sagte, bei einem Treffen am 18. Februar im Kanzleramt. Schröder lade etwa zwei bis drei Mal im Jahr einen festen Kreis von Intellektuellen und Künstlern zu bestimmten Themen ein. Diesmal sei es um den Irak-Konflikt gegangen. Aus dem Kreis der Eingeladenen sei der Wunsch zur Unterstützung Schröders geäußert worden. Im Anschluss an das Treffen seien mehrere Entwürfe formuliert worden. Einige hätten kleinere Korrekturen gewünscht, "Widerstände gab es jedoch nicht", sagte Bissinger.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auseinandersetzungen mit Rechten auf der Buchmesse
Der Umgang mit der Neuen Rechten hat die Frankfurter Messe von Beginn an beschäftigt. Beim Besuch des AfD-Rechtsaußen Björn Höcke kommt es am Samstag zu Konfrontationen …
Auseinandersetzungen mit Rechten auf der Buchmesse
Wanderkonzert: LaBrassBanda mit Fans auf der Hütte
LaBrassBanda ist alles andere als eine gewöhnliche Band. Da passt auch das neueste Konzert der Gruppe ins Bild: Auf 1300 Metern Höhe spielen die Musiker vor ihren Fans …
Wanderkonzert: LaBrassBanda mit Fans auf der Hütte
Wiedereröffnung am Gärtnerplatz: Die schrecklich nette Familie ist zurück
Mit der Eröffnungsgala „Es ist soweit!“ feiert das Münchner Gärtnerplatztheater an diesem Wochenende seine Rückkehr ins renovierte Stammhaus. Lesen Sie hier die …
Wiedereröffnung am Gärtnerplatz: Die schrecklich nette Familie ist zurück
Münchens Gärtnerplatztheater: Ein unfassbares Haus
Zwischen Baustellen, „Joi mamam“ und Oper im L-Format: Blick auf die Geschichte des Münchner Gärtnerplatztheaters, in dem nach fünf Jahren wieder gespielt werden kann
Münchens Gärtnerplatztheater: Ein unfassbares Haus

Kommentare