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Frontmann Billie Joe Armstrong: „Deutschland wird Weltmeister!“ – Ansonsten glauben wir ihm fast alles.

Green Day heizt den Münchnern im Riemer Stadion richtig ein

München - Am Anfang fühlt man sich erst mal wie beim „Schuh des Manitu“: Ein rosa Hase eiert herum und macht Stimmung. Warum er genau da ist, weiß niemand.

Eine Viertelstunde nach Anfang des Konzerts stürzt sich dann Billie Joe Armstrong von der Bühne in die Menge – er ist einer von uns, will er uns zeigen, und Weltmeister werden wir auch. „Are you crazy?!“, brüllt er gefühlte 27-mal an diesem Abend zu Tausenden Fans im Reit­stadion Riem.

Und immer wieder holt er das Publikum auf die Bühne – manche dürfen den Lead-Gesang übernehmen, andere mit der Mega-Wasserpistole die ersten Reihen abkühlen. Stage Dive? Logisch! Von Anfang an sind die Fans voll dabei, tanzen vor der Bühne zum Sound von Green Day, singen die ersten Strophen nicht nur von Boulevard of Broken Dreams ganz alleine.

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Gute Stimmung, pralle Sonne. „Nach AC/DC das beste Konzert der letzten Monate, das ich gehört habe!“, sagt ein Rockfan. Auch wenn die Show dieselbe war in der Olympiahalle 2009 – aber im Open Air bei herrlichem Wetter ist’s halt gleich noch mal so schön. Der Sound war gut, die Stimmung prächtig – von Vollpunks der alten Schule bis zu Teenies, die nicht ahnen, dass ihre Eltern früher selbst einmal schwarze Lippen und grüne Haare hatten. Da geht der Rauch auf. Immer wieder akzentuieren Green Day ihren Auftritt mit Knall, Rauch und Feuerwerk, obwohl ohnehin niemand in den zweieinhalb Stunden auf die Idee gekommen wäre, zwischendurch ein Nickerchen zu halten.

Klar, dass Green Day vor allem Songs ihrer vorletzten CD American Idiot spielten – weil es vielleicht ihr bestes Album ist. Ein Highlight gab es nicht, dazu war die Show einfach zu stimmig. Obwohl: Der Schluss war schon ganz große Klasse! Nach dem fast-finalen Feuerwerk zelebrierten Green Day zuerst einige peppig-punkige Songs, bevor das Tempo runtergefahren wurde: Wake me up when September ends war vielleicht das Highlight des perfekt-professionell inszenierten Abends. Nach einer halben Stunde Zugabe war Schluss. Green Day? Das war schon ein Green Summer!

Luis B. Schneidewind

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