Messert-Attacke am Rosenheimer Platz: Täter ist flüchtig

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Griegs Dauerdudler rehabilitiert

- Längst verkommen zum Dauerdudler in der Kuschel-, Kaufhaus-Musik rangiert Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite in der Abteilung: soft und abgedroschen. Sie entlockt dem Musik-Snob nur ein Naserümpfen, während das große Publikum das Wiedererkennen genießt. Als die Suite Nr.1 im Münchner Gasteig erklang, blieben die Ränge erschreckend leer, obwohl mit Griegs Klavierkonzert ein zweites Zugpferd gezäumt war und die Interpreten authentischer kaum sein konnten: Das Dänische Nationalorchester musizierte unter der Leitung seines Chefs, des hier durch BR-Konzerte bekannten Dirigenten Thomas Dausgaard; am Flügel saß der Norweger Leif Ove Andsnes.

Wie ernst die Skandinavier ihren Grieg nahmen, wurde schon in den ersten Takten der Peer-Gynt-Suite klar: Dausgaard und die ungemein weich, elegant und flexibel intonierenden Musiker holten alles aus dem Stück heraus. In feinsten Abmischungen, mit geschmeidiger Phrasierung, im Pianissimo hart an der Hörgrenze, lyrisch intensiv, doch ohne Zuckerguss, elegant und schwebend - so musizierten die Dänen und erzählten dabei von Ibsens Held, von Mutter Ases Tod und Anitras Tanz. Und zuletzt, "In der Halle des Bergkönigs", ließ Dausgaard mit einer irren Steigerung das Stück förmlich explodieren. Überraschung, Begeisterung und kein Gedanke mehr an einen Kaufhaus-Lautsprecher.

Auch im A-Dur-Klavierkonzert ging es nicht um oberflächliche Effekte. Vielmehr verstanden sich Orchester und Solist, vom Dirigenten durch intensive Gestik animiert, vorzüglich. Das Klavier mit ebenfalls weichem, rundem Klang, agogisch subtil ausgefeilt, war organisch eingebettet in den Orchesterklang, ohne darin zu versinken. Andsnes riskierte zarteste Pianissimi und impressionistische Farbspiele. Sein hochsensibler Anschlag faszinierte bis hinein in die Akkordläufe mit zarten Schattierungen. Und zupacken, Steigerungen zusammen mit dem Orchester ausreizen, kann er auch. Als wienerisch-dänischen Abschluss ließ Dausgaard mit seinem vorzüglich besetzten Orchester Zemlinskys "Die Seejungfrau" aufrauschen: opernhaft, farbprall, doch stets einem differenzierten, strukturierten Klangbild verpflichtet.

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