Großauftrieb der Philharmoniker

- Kleine Besetzung war bei den Münchner Philharmonikern angesagt, als André Previn ans Pult im Münchner Gasteig trat: für Mozarts Prager Symphonie und auch für Ravels "Le Tombeau de Couperin". Zum "Großauftrieb" lud dann erst das Finale ein, mit Schumans dritter Symphonie. Nein, nicht der "Rheinischen", sondern der seines 1910 in New York geborenen und 1992 dort gestorbenen amerikanischen Namensvetters William Schuman.

Die 1941 vom Boston Symphony Orchestra uraufgeführte Symphonie, die sich in zwei Abschnitten auf barocke Formen bezieht ("Passacaglia and Fugue", "Choral and Toccata"), zeugt weniger von innovativer Kraft als von sicherer Handwerks-Beherrschung, gepaart mit orchestralem Imponiergehabe: Die Streicher-Scharen, das üppige Bläser-Aufgebot und das Schlagzeug mit großer und kleiner Trommel genossen es, sich klangmächtig in Szene zu setzen, Previn waltete in angenehmer Unaufgeregtheit.

Orchestralen Feinschliff hatte Previn zuvor im Auge, als er bei Mozarts Symphonie bewies, dass die Philharmoniker (anders als unter James Levine) durchaus mit Spielkultur und Klangfrische aufwarten können - bei höchster Transparenz im dichten kontrapunktischen Gewebe. Tugenden, die auch bei Ravel fruchteten und zu einem eleganten, delikaten Ergebnis führten. Das Publikum reagierte mit viel Beifall, sogar nach Schumans Dritter, die auf seine neun weiteren Symphonien allerdings nicht wirklich neugierig gemacht hat.

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