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Es war eine gelungene zweite Auflage von Rockavaria.

Zweite Auflage des Festivals

Das große Merkur-Fazit zu Rockavaria: Metal in gmiadlich

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München - Die zweite Auflage von Rockavaria ist am Wochenende über die Bühne gegangen - und unsere Reporter ziehen ein überwiegend positives Fazit.

Die schwarze Welle schwappt von links nach rechts. Auf der Stadionbühne 1 rauchen zwar noch die Gitarren, aber hier hat keiner Zeit zu verschenken. Also rüber zu Bühne 2 – von Apocalyptica zu In Extremo, von Slayer zu Sabaton – das Programm im Stadion ist eng getaktet, aber der Weg ist kurz. Eine ständige T-Shirt-Wanderung, Rock ohne Ruhepause. Aber wer will hier schon Pausen?

Rockavaria, zweite Runde: Die Doppelbühne ist die erste große Neuerung – und sie funktioniert. Im vergangenen Jahr mussten die Festivalbesucher sich noch zwischen Olympiahalle, Seebühne und Stadion zerreißen, leider war das Hin- und Hergerenne manchmal vergeblich. Das Theatron – heuer die Seebühne – und die Halle waren regelmäßig wegen Überfüllung geschlossen. Die Veranstalter haben gelernt, und die Rocker danken es ihnen.

Wobei man dieses Jahr beim Programm vor allem an die Metal-Fans gedacht hat. Deshalb sieht man schwarze Fan-Shirts überall, lange Bärte, und – ungelogen – mehr tätowierte als untätowierte Haut. Manche Metaller bringen sogar ihren Nachwuchs mit wie der Vater im Iron-Maiden-Shirt. Dem Sohnemann, nicht älter als sieben oder acht Jahre, hat er vorher dicke Kopfhörer aufgesetzt. Einen Hörschaden soll der Kleine schließlich nicht mit nach Hause nehmen, sondern das flimmernde Fieber dieses drahtigen Iggy Pop. „I don’t wanna go“, schreit der von der Bühne – Ich will nicht gehen. Und der Kleine offenbar auch nicht.

Am Ende muss Iggy doch gehen – und der Papa trägt seinen schlafenden Filius aus dem Stadion. Rock in München, das ist auch eine Familienangelegenheit.

Insgesamt geht es an den drei Festivaltagen weniger pfützig zu als anderswo. Der Metaller an sich ist ja ein friedliebender Typ, dafür findet er im Olympiapark die besten Bedingungen. Und weil der bayerische Metaller gmiadlich ist, liegt er im weichen Gras vor der Seebühne, ruht die Ohren im Biergarten aus oder sitzt auf Picknick-Decken im Stadion. Energie tanken, dann geht’s wieder vor eine der beiden großen Bühnen. Pogo!

Etwas weniger Besucher, etwas weniger bekannte Bands

Klar, das Festival ist nach dem Star-Aufgebot des vergangenen Jahres insgesamt geschrumpft. Etwas weniger Besucher, etwas weniger bekannte Bands. Die Veranstalter haben Kombos ausgegraben, von denen viele glaubten, sie seien schon am Verwesen: J.B.O., Dog Eat Dog, Garbage, um nur ein paar zu nennen. Überraschungen im positiven Sinn. Man kann über die Limitierung des Angebots jammern. Man kann aber auch sagen: Das Münchner Festival, das ja anders sein will als andere, findet langsam zu sich selbst.

Damit erreicht es auch Menschen, die man sich eher nicht auf einem Festival vorstellt, schon gar nicht auf einem derart Rockmusik-lastigen. Da ist zum Beispiel dieser ältere Herr im gebügelten Streifenhemd über der sandfarbenen Hose. Daheim in Landshut hat er eine DVD der Band Motörhead. „Der Rock stirbt“, sagt er, während seine Frau schweigend nickt. Lemmy Kilmister, Sänger von Motörhead, ist tot, viele der großen Rock-Legenden verabschieden sich langsam von der Bühne. Bevor keiner mehr übrig ist, sind der Herr aus Landshut und seine Frau nach München gekommen. Er sagt: „Wir wollten wissen, ob der Rock doch noch lebt.“

Während die schwarze Masse vor der Bühne tobt, sitzen die beiden im Block Z4, Reihe 53. Er nickt stumm und klopft sich die Takte von Iggy Pops „Passenger“ aufs linke Bein. Ob sie den Rock hier in München gefunden haben? Hell Yeah!

Kathrin Brack, Katrin Woitsch und Marcus Mäckler

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Zum Anschauen und Freuen: Bilder vom Rockavaria-Samstag

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