Das große Vorlesen: Prosa, Lyrik und Satire

- Die in Berlin lebende Autorin Inka Parei hat mit ihrem Text über einen alten Mann, der sich auf das Sterben vorbereitet, den Ingeborg-Bachmann-Preis 2003 gewonnen. Die 36-jährige Favoritin - ihr Erstlingsroman "Die Schattenboxerin" war bereits sehr erfolgreich - ging damit am Sonntag als Siegerin des dreitägigen Wettlesens von 18 Kandidaten in Klagenfurt hervor. Der Wettbewerb wird seit 1977 jährlich im Gedenken an die in Klagenfurt geborene Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926-1973) organisiert.

<P>Der mit 22 500 Euro dotierte Preis gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Parei heimste auch den mit 5 000 Euro dotierten Publikumspreis ein, der per Internet-Abstimmung ermittelt wurde. Der von Parei vorgetragene Text, der ihrem noch namenlosen neuen Roman entstammt, hatte beinahe ausnahmslos begeistert.<BR>Den "Preis der Jury" in Höhe von 10 000 Euro bekam Feridun Zaimoglu. </P><P>Der 1964 in der Türkei geborene und heute in Kiel lebende Schriftsteller, der sich als Autor von "Kanak Sprak" einen Namen gemacht hatte und von dem die Textfassung des Münchner Kammerspiele-"Othello" stammt, überzeugte in Klagenfurt mit "Häute", einer "Dorfgeschichte aus einer archaisch-mythologischen Welt". Der 3sat-Preis (7 500 Euro) ging an den Hamburger Psychiater Farhad Showghi für seinen lyrischen Text "Die große Entfernung". Der von deutschen Verlagen gestiftete Ernst-Willner-Preis (5 000 Euro) fiel auf Ulla Lenze. Die 30-jährige Kölnerin las einen Auszug aus ihrem Roman "Bruder und Schwester" vor, der eine Reise nach Indien beschreibt.</P><P>Die Klagenfurter "Tage der deutschsprachigen Literatur" mit dem Bachmann-Preis wurden wiederholt als "Wimbledon" oder "Europameisterschaft der deutschsprachigen Literatur" bezeichnet. Die in diesem Jahr neu zusammengesetzte Jury unter Leitung der Literaturkritikerin Iris Radisch hat nach Ansicht von Beobachtern die Erwartungen erfüllt, dem Wettbewerb mit lebhaften und fundierten Diskussionen neuen Schwung zu geben. Die vorgestellten Texte spannten einen breiten Fächer an Genres auf, der von märchenhaft-mythologischer Prosa über lyrische Töne und Satire bis zu fantastischen Visionen und bewusst simpler Erzählung reichte. Vermisst wurden allerdings experimentelle Zugänge.dpa<BR></P>

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