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Das große Werk des Peter Weiss

"Die Ästhetik des Widerstands": - Ein Riesenwerk. Absolute Weltliteratur. Aber im Schatten politisch angepassterer Prosa und darum heute beinahe vergessen und kaum noch präsent, wie übrigens auch sein Autor: Peter Weiss (1916-1982) und sein großer autobiografischer Roman "Die Ästhetik des Widerstands", in dem die Jahre 1937 bis 1947 beschrieben werden.

Illegalität, skandinavisches Exil, die zweifelhafte Rolle Schwedens, die Verwerfungen innerhalb der KP, die Bedeutung der Kunst in dieser Zeit, die befremdende Begegnung mit Brecht, die Flucht der Eltern, das Sterben der Mutter: Auf grandiose Weise verknüpft Weiss Privates mit Politik und Weltgeschichte. Verdienstvollerweise ist jetzt das Werk im Hörverlag herausgekommen.

Eine sehr zu empfehlende Neuerscheinung; denn es ist hervorragend von Karl Bruckmaier und dem BR in Szene gesetzt. Die Erinnerungen des Autors teilen sich im Lesen Peter Fricke und Robert Stadlober sozusagen als der alte und der junge Peter Weiss: klar, erhellend und ergreifend. Sprachgestaltung vom Feinsten. Heute wird "Die Ästhetik des Widerstands" in der langen Hörspielnacht im Neuen Haus der Münchner Kammerspiele (21 Uhr) vorgestellt. Morgen diskutieren dazu Ingo Schulze, Schorsch Kamerun, Regisseur Bruckmaier u. a.

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