Ein großer Musiker

- "Und bei der Beschäftigung mit Neuer Musik ist es immer mein großes Ziel gewesen, Menschen dazu zu bringen, mir zuzuhören, rauszugehen und zu sagen: Mensch, das ist ja gar nicht so schlimm, das ist ja richtig spannend. Dann habe ich gewonnen." Oft hat Siegfried Palm, der große deutsche Cellist, gewonnen. Nicht nur mit dem Cello, sondern auch als Pädagoge und Kulturbeweger. Am Montag ist er im Alter von 78 Jahren in Frechen bei Köln gestorben.

Der 1927 in Wuppertal geborene Siegfried Palm hinterlässt eine deutliche Spur im musikalischen Leben Deutschlands seit den 50er-Jahren. Schon als Junge - vom strengen Cellisten-Vater ausgebildet - hockte er im Wuppertaler Orchester, wechselte 1947 ins Hamburger Rundfunk-Sinfonieorchester und trat als Solist Neuer Musik erstmals 1956 in Köln auf. Fortan umwarben ihn zeitgenössische Komponisten: Bernd Alois Zimmermann schwärmte: "Ich habe in Siegfried Palm einen Musiker gefunden, der alles das verwirklicht, was mir in meinen kühnsten Träumen vorschwebt." Auch Kagel, Penderecki, Ligeti und Xenakis schrieben für ihn.<BR><BR>Seit 1962 prägte Palm als Pädagoge, später Rektor an der Kölner Musikhochschule eine ganze Cellisten-Generation. 1976 übernahm er für fünf Jahre die Intendanz der Deutschen Oper Berlin, holte erstmals den Pianisten Daniel Barenboim ans Dirigentenpult. Palm engagierte sich auch an Schaltstellen der internationalen Musikförderung. Lebendig bleibt er in seinen CD-Aufnahmen und einem gerade erschienenen, locker und doch substanzreichen Gesprächsporträt von Michael Schmidt: "Capriccio für Siegfried Palm".<BR><BR>

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